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TÜV Irrsinn: EU Kommission will jährliche Hauptuntersuchung als Pflicht

Wie die „Financial Times Deutschland“ (FTD) am Wochenende berichtet, will die EU-Kommission die Besitzer älterer Autos künftig jährlich zur Hauptuntersuchung beim TÜV zwingen. Dies soll laut EU-Kommission im Interesse der Verkehrssicherheit geschehen. Laut FTD sollen künftig Besitzer von Autos, die älter als sechs Jahre sind nicht mehr alle zwei Jahre, sondern jährlich zum TÜV. Das Bundesverkehrsministerium wollte die Pläne der EU bislang nicht bestätigen. Der größte deutsche Autofahrerverband sprach indes von Abzocke der Autobesitzer.

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Autofahrer empört – Brüssel will offenbar jährliche TÜV-Pflicht einführen

Laut der Online-Ausgabe der Zeitung „Financial Times Deutschland“ (FTD) gibt es einen vertraulichen Entwurf von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas für eine neue EU-Verordnung zur Verkehrssicherheit. Laut Online-Ausgabe des Magazins „Focus“ will die EU-Kommission bereits Anfang Juli eine entsprechende Verordnung vorlegen. Diese sehe vor, dass bei neuen Autos spätestens vier Jahre nach der Erstzulassung eine Hauptuntersuchung beim TÜV gemacht werden muss. Nach dieser ersten TÜV-Untersuchung würde dann bereits zwei Jahre später eine weitere Hauptuntersuchung fällig. Und ab dann sogar jährlich. Das würde bedeuten, das Besitzer von Fahrzeugen, die älter als sechs Jahre sind, eine jährliche TÜV-Untersuchung ins Haus steht. Bislang ist alle zwei Jahre eine Hauptuntersuchung des Fahrzeugs Pflicht. Für Fahrzeuge, die bereits bei der ersten TÜV-Prüfung nach vier Jahren 160.000 Kilometer oder mehr auf dem Tacho haben, soll die jährliche Pflicht sofort greifen.

[sam id=“27″ codes=“true“]ADAC gegen neue Regelung – SPD spricht von TÜV-Irrsinn

Wie das Magazin Focus berichtet, will die EU-Kommission Anfang bereits Juli die umstrittene Verordnung vorlegen. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens einer Neuregelung sei jedoch noch ungewiss. Die EU strebt bis 2015 eine einheitlich Prüfpraxis in allen ihren Mitgliedstaaten an. Laut Focus wären in Deutschland rund 25 Millionen Besitzer älterer Autos betroffen. Das Durchschnittsalter eines Pkw in Deutschland beträgt laut ADAC 8,5 Jahre. Damit kommen nach Schätzungen des größten deutschen Automobilverbands auf die Autofahrer Mehrkosten von insgesamt weit über einer Milliarde Euro zu und das pro Jahr. Der ADAC ist gegen die Neuregelung. Kürzere Prüfintervalle für ältere Autos allerdings seien überflüssig. Es gibt laut ADAC  keine Untersuchung, die eindeutig beweise, dass ein höheres Fahrzeugalter auch ein höheres Unfallrisiko bedeute.

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Auch in der deutschen Politik regt sich erster Widerstand gegen das Vorhaben aus Brüssel. Der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Florian Pronold, sprach von „TÜV-Irrsinn“, den es zu stoppen gelte. Er forderte Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) dazu auf, sich mit Nachdruck gegen das neue EU-Regelwerk zu stellen. Das Bundesverkehrsministerium wollte die Pläne aus Brüssel bislang nicht bestätigen.

Laut SPD-Politiker Pronold sei eine jährliche TÜV-Pflicht für sieben Jahre alte Autos ein „unsinniger, bürokratischer Quatsch“. Die Verkehrssicherheit sei in Deutschland mit den bisherigen Regeln gewährleistet, so der SPD-Politiker weiter. Betroffen wären von der Neuregelung der TÜV-Pflicht vor allem sozial schwache Bevölkerungsgruppen, da diese in der Regel ältere Autos besäßen. Einzige Befürworter der neuen EU-Regelung sind bislang diejenigen Prüfunternehmen wie TÜV und Dekra, die von der Neuregelung finanziell profitieren würden.

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4 Kommentare

  1. Die jährliche HU (Hauptuntersuchung) wird schon seit Jahren von den Überwachungsorganisationen gefordert.Mit entsprechenden Statistiken wurde und wird diese Forderung untermauert. Ab 2015 soll angeblich über eine EU-Einheitliche Fahrzeugüberwachung nachgedacht werden (siehe http://www.sachverstaendigentag21.de/downloads/03_Wolz.pdf). Da es schon in einigen EU Mitgliedsstaaten eine jährliche technische Untersuchung von Fahrzeugen gibt, wird eine entsprechende Regelung in Deutschland wahrscheinlich kommen.
    Es müssen also Gründe (Statistiken) für diese Regelungen geschaffen werden. Der erste Schritt ist schon getan und tritt ab dem 1.7.2012 in Kraft (Quelle:http://www.bundesrat.de/nn_8396/SharedDocs/Beratungsvorgaenge/2011/0801-900/0843-11.html?__nnn=true).
    Die neue HU-Richtlinie soll angeblich die Idee eines Herrn Braun sein. Seinen erstaunlichen Lebenslauf kann man auf der folgenden Internetseite finden (Quelle: http://www.tuv.com/de/deutschland/ueber_uns/organisation_gremien/vorstand_berlin_brandenburg_pfalz_ev/braun/prof_dr_ing_habil_bruno_o_braun.jsp).
    Die neue HU-Richtlinie beinhaltet nicht nur die Aufhebung der unsinnigen Rückdatierung
    sondern auch eine strengere Mängeleinstufung. D.h. mehr Erhebliche Mängel (Durchfaller).
    Beispiele: 1)Alle Kennzeichenleuchten kaputt (als einziger Mangel) –> durchgefallen
    2) 1 Rückstrahler (z.B. Anhänger) hinten beschädigt (Ecke abgebrochen)
    –> durchgefallen
    3) 1 Rückstrahler (z.B. Anhänger) hinten fehlt –> geringer Mangel Plakette wird erteilt
    Meine Meinung: Das hat nichts mehr mit Sachverstand zu tun. Auch die 20%ige Erhöhung
    der HU-Gebühr bei einer Überziehung des HU-Termines um mehr als 2 Monate ist meiner Meinung nach unzullässig und technisch nicht Begründbar. In der oben genannten Quelle
    finden sich im Antrag des Landes Baden-Würthemberg entsprechende Formulierungen.
    Gegen diese Strafgebühr muss also unbedingt Widerspruch eingelegt werden, da es offensichtlich „Abzocke“ ist.
    Offensichtlich kommen die Überwachungsorganisationen mit ihrer Lobbyarbeit zum Erfolg.
    Jährliche Prüfungen bedeutet mehr Geld. Die Aufhebung der Rückdatierung bedeutet Verlust
    aber Dank der Lobbyarbeit dürfen wir für z.B. einen ungebremsten 750kg – Anhänger den man gerne mal vergisst pünktlich zur HU vorzuführen 20% mehr zahlen.
    Ich bedauere den Prüfingenieur der gegen seinen Sachverstand diese Vorgaben umsetzen muss.

  2. Im Angesicht der Euro-Krise und auf die große Gefahr des Auseinanderdriftens der EU-Länder erdreisten sich eine Handvoll EUler, sich so nebenher neue Richtlinien zugunsten der Auto-Industrie und – neu – der TÜV-Maffia auszudenken. Der TÜV hat sich inzwischen zu einem Monster entwickelt, welches nun an seiner Daseinsberechtigung arbeitet, und wie man sieht – vielleicht auch mit Erfolg.
    Solche und ähnliche, sehr oft sinnlose und vorgeschobene und die Menschen ausbremsenden Gesetze und Verordnungen der EU verschlechtern das Klima in den EU-Ländern. Die Industrie, d.h. der Export boomt zwar, jedoch die von der Automation vertriebenen Menschen verarmen und versinken in Apathie und Krankheit.
    Es gelang zwar noch einigen Menschen, durch Versilbern der letzten Reserven sich ein neues vom Staat subventiuniertes Auto zu ergattern, jedoch für die anderen droht nun das endgültige AUS.
    Die verschärften Vorschriften, die doppelten TÜV- und Reparaturkosten werden Unruhen nach sich ziehen, zumal sie mit keiner Unfall-Statistik zu belegen sind.
    Im Gegenteil, gerade hypersichere und neue Fahrzeuge verursachen schwere Unfälle und – ganz wichtig bzw. auffällig – sie brennen sofort – mitsamt den besonders hitzebeständigen, nicht mehr rechtzeitig zu öffnenden, Sicherheitsgurten.

  3. Die Fakten sprechen für sich: rund 0,5 Prozent der Unfälle mit Verletzten oder gar Toten geht auf technisches Versagen der Fahrzeuge zurück. Im Umkehrschluss haben sich die nimmersatten EU-Verkehrskommissionsbürokraten für diesen sachlich nicht zu rechtfertigenden Vorstoß bestechen lassen. Hier wurden mal wieder Verbraucherinteressen und Bürgerrechte für schmierige Lobbyistenpläne verraten und verkauft. Zur Verhinderung der Lebensmitelkennzeichnung via Ampel investierte die Lebensmittelindustrie eine Milliarde Euro. Wieviel Schmiergeld haben TÜV, Dekra und Co. den Brüsseler Eurokraten gezahlt oder versprochen? Es ist an der Zeit, dass das EU-Parlament die Kontrolle über die EU-Kommission übernimmt um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern, wie z.B. die Besetzung des Wissenschaftsressorts mit der überführten FDP-Betrügerin Koch-Mehrin.

  4. Da haben sich schnell mal ein paar EU-Politiker zu Lakaien von Überwachungsvereinen machen lassen im scheinheiligen Auftrag der Unfallverhütung. Die Leute sollten erstmal, da wo sie herkommen dafür sorgen, dass die Autos nicht von Eseln gezogen werden. Denn dort stellt sich auch nicht die Frage der Profiltiefe, da sie sehr oft keine Reifen haben und direkt auf der Felge über´s Kopfsteinpflaster rollen. Wer schon in südlichen EU-Ländern Urlaug im ländlichen Gebiet verbracht hat, kann das wohl bestätigen. Würde man dort zumindest die 2-jährige Pflicht einführen und auch darauf achten, wäre das schon ein Jahrhundertsprung .
    Und nicht alle über ein Kamm scheren, denn dort wo die hohen Todesfallraten aufgrund techn. Mängel herkommen, wird es sowieso nicht umsetzt, da sie es finanziell überhaupt nicht leisten können. Ist solchen Bürokraten natürlich auch egal, hauptsache er hat die Lobby befriedigt und die haben doppelte Umsätze.
    Solche Leute sind sowas von nützlich für die EU-Bürger, von denen sie gut bezahlt werden, wie ein Furunkel am A……

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