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Uran im Trinkwasser: Dünger verseucht Grundwasser in Deutschland

Recherchen des ZDF-Verbraucher-Magazins WISO haben ergeben, dass in Deutschland eingesetzten Düngemitteln die Uran-Werte zu hoch sind. Der vom Bundes-Umweltamt empfohlene Uran-Grenzwert für Düngemittel wird zum Teil um das 27-Fache überschritten. Von zwölf Düngemitteln im Test, lagen nur zwei unterhalb des empfohlenen Grenzwerts. Dennoch sind die mit Uran belasteten Düngemitteln weiterhin im Einsatz. Das meiste Uran wird dann vom Regen ausgespült und gelangt so über das Grundwasser in unser Trinkwasser. Wie Sie als Verbraucher herausfinden, ob ihr Trinkwasser belastet ist und was Sie tun können, erfahren Sie heute hier zum Welttag des Wassers.

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Wie gefährlich ist Uran im Trinkwasser?

Zehn von zwölf getesteten Dünger lagen über dem vom Umwelt-Bundesamt empfohlenen Grenzwert von 50 Milligramm pro Kilogramm Phosphat. Die höchste Konzentration fand sich laut Angaben des ZDF beim Gartenvolldünger „blau, Gute Wahl“ der Firma Dehner. Hier lag die Urankonzentration mit 1388 Milligramm 27 Mal höher als empfohlen. Das Umwelt-Bundesamt rät vom Verkauf von Düngemitteln ab, die den empfohlenen Grenzwert überschreiten. Allerdings gibt es bisher keinen gesetzlich verbindlichen Grenzwert. So gelangen weiterhin legal Jahr für Jahr mehr als 100 Tonnen Uran ins Grundwasser und damit in unser Trinkwasser.

www.karstadt.de„Das Problem ist dabei weniger die Anreicherung in den Pflanzen, sondern die Mobilität des Urans im Boden. Denn Uran kann sich dabei in die tieferen Bodenschichten und auch ins Grundwasser verlagern“, erklärt Dr. Geerd A. Smidt von der Jacobs University Bremen gegenüber WISO. Nur eine aufwändige und sehr teure Wasseraufbereitung kann Verbraucher vor dem gefährlichen Uran im Grundwasser schützen. „Uran kann, bedingt durch die radioaktive Wirkung, erbgutschädigend wirken. Es kann aber auch Krebs auslösen“, erklärt die Internistin Heike Windmann ebenfalls gegenüber dem ZDF-Magazin. Vor allem Kleinkinder seien gefährdet.

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Wie kann man sich vor Uran im Trinkwasser schützen?

Jeder Verbraucher kann bei seinem lokalen Wasserversorger den Urangehalt im Trinkwasser erfragen. Mehr als zehn Mikrogramm Uran pro Liter Wasser darf in Deutschland allerdings nicht im Wasser sein. Das Trinkwasser wird streng getestet, so dass dieser Grenzwert auch in der Regel nicht überschritten wird. Gerade für Säuglinge und Kleinkinder könnten aber nach Einschätzung einzelner Experte auch Werte darunter bedenklich sein. Das Wasser abzukochen hilft jedoch nicht. Am besten man nimmt zur Zubereitung von Babynahrung Mineralwasser. Dann ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite, denn dieses darf in Deutschland maximal zwei Mikrogramm Uran pro Liter enthalten.

Wie sieht es aus mit gesetzlichen Regelungen?

Seit dem 1. November 2011 gilt in Deutschland eine neue Trinkwasser-Verordnung. Seither ist geregelt, dass Trinkwasser in Deutschland maximal zehn Mikrogramm Uran pro Liter enthalten darf. Für Kauf-Wässer aus dem Supermarkt gelten noch strengere Regelungen. Mineralwasser darf nur bis zu zwei Gramm Uran pro Liter enthalten.

Was die Düngemittel angeht, so müssen die Inhaltsstoffe weder gesondert auf der Verpackung, noch gibt es bisher verbindliche Regelungen. Laut WISO sieht die Bundesregierung derzeit auch keine „gesicherte Basis“ für die Schaffung eines gesetzlichen Grenzwertes für Düngemittel.

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3 Kommentare

  1. Dr.rer.nat.Wilfried Bergmann

    Ich bin seit 1964 als Hydrogeologe in Nordostdeutschland tätig. Das Phänomen Uran im Grund-und damit im Trinkwasser ist mir erst in den letzten Jahren bekannt geworden. Besonders die anthropogene Herkunft hat mich zunächst in Erstaunen versetzt. Nachdem die Verbreitung von Uran in den oberen Grundwasserleitern immer weiter bekannt wird und zunimmt, bin ich über die Untätigkeit der zuständigen Regierungsstellen besorgt und zugleich zunehmend wütend. Sehenden Auges sich unseren sich erneuernden Bodenschatz Grundwasser, auch tiefere Stockwerke kann die Kontamination erreichen, zerstören ist mir völlig unerklärbar.

  2. Hans-Peter Bartos

    „Für Kauf-Wässer aus dem Supermarkt gelten noch strengere Regelungen. Mineralwasser darf nur bis zu zwei Gramm Uran pro Liter enthalten.“

    Das stimmt nicht ganz: Für Mineralwasser gibt es gar keinen Uran-Grenzwert. 2 µg/l gilt nur, wenn „für Babys geeignet“ draufsteht.

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