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Verbraucher müssen 2012 mit höheren Strompreisen rechnen


Mehr als 100 Stromversorger haben für das erste Quartal 2012 zum Teil massive Strompreis-Erhöhungen angekündigt. Das berichtet die Deutsche Handwerkszeitung (DHZ) und beruft sich dabei auf das Stromvergleichs-Portal check24. Im Durchschnitt müssen sich die Verbraucher auf Preisanhebungen von 3,4 Prozent gefasst machen. In der Spitze verlangt ein Stormversorger künftig sogar fast 10 Prozent mehr als bisher von seinen Kunden.

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Durchschnittshaushalt zahlt künftig bis zu 100 Euro mehr im Jahr

Spitzenreiter bei den geplanten Strompreiserhöhungen ab Februar und März 2012 sind nach Angaben der DHZ die Stadtwerke Bad Salzdethfurth in Niedersachsen. Um satte 9,5 Prozent soll der Strompreis dort künftig steigen. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden sind das 107,50 Euro mehr Stromkosten als bisher.

Auch die Stadtwerke Rotenburg (Wümme) und der Frankfurter Stromanbieter Mainova erhöhen ihre Strompreise so deutlich, dass bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden die Preiserhöhung mit mehr als 100 Euro zu Buche schlägt.

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Der Nürnberger Stromanbieter n-ergie und der hessische Südwag planen für die gleiche Menge Strom künftig immerhin noch eine Preiserhöhung von über 80 Euro. Und selbst im Durchschnitt fallen die Stromerhöhungen für Vier-Personen-Haushalte happig aus: Die 3,4 Prozent Preissteigerung bei 104 Anbietern bedeuten im Schnitt 42 Euro mehr Stromkosten im Jahr, so die DHZ.

Preisexplosion beim Strom in den letzten fünf Jahren

Laut Strompreis-Index des Vergleichsportals check24 ist der Strompreis in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren regelrecht explodiert: Private Haushalte müssen im 5-Jahresvergleich mittlerweile 22 Prozent mehr bezahlen. Bei der Grundversorgung beträgt die Preissteigerung im gleichen Zeitraum sogar 25 Prozent.

Verbraucherschützer kritisieren die Strompreispolitik immer wieder scharf und rufen die Verbraucher auf, den Stromanbieter zu wechseln. Die Preiserhöhungen würden auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen, während die Industrie von Ausnahmeregelungen und Subventionen profitere, berichtet die DHZ unter Berufung auf check24.

So sind energieintensive Branchen wie etwa die Aluminiumindustrie von der Ökosteuer befreit: Das lässt sich der Bund jährlich vier Milliarden Euro kosten.

Erneuerbare Energien sind nicht schuld an Preiserhöhung

Der Buhmann für die enormen Preissteigerungen ist auf den ersten Blick schnell ausgemacht: Augenscheinlich verschlingen die Subventionen für Wind- und Solarenergie auf Kosten aller Kunden zu viel Geld.

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Das Institut für Zukunftsenergiesysteme in Saarbrücken (IZES) hält diesem Vorurteil ihre aktuelle Studie entgegen: Laut IZES könnte man die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) sogar leicht senken, wenn die Industrie keine staatlichen Vergünstigungen mehr erhalten würde. Seit diesem Jahr müssen Verbraucher über eine neue Umlage große Industriebetriebe mitfinanzieren, die von Netzentgelten befreit sind.

Die EEG-Umlage sei laut DHZ zum 1. Januar 2012 nur minimal gestiegen: Um 0,062 Cent pro Kilowattstunde. Ebenso wenig ist der Marktpreis für Strom gestiegen: An der Energiebörse in Leipzig kostete er im vergangenen Dezember soviel wie zu Anfang des vergangenen Jahres – und das war vor der Atomkatastrophe in Fukushima.

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3 Kommentare

  1. Ich möchte an dieser Stelle auf eine neue Studie der Rosa Luxemburg Stiftung aufmerksam machen, darin wird von einer Gesamtentlastung der Unternehmen in Höhe von fast 10 Mrd. Euro in 2012 gesprochen! Davon zahlen knapp ein 1/3 die Stromkunden und 2/3 weniger für Rentenkasse und Schuldenabbau: Der Artikel findet sich hier: http://www.rosalux.de/news/38183/energiewende-satte-rabatte-fuer-die-industrie-1.html

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