Vorsicht bei bunt gefärbten Oster-Eiern aus dem Supermarkt!

Karsamstag oder auch ‚Färbersamstag‘ ist für die meisten Familien der Tag, an dem die Ostereier gefärbt oder bunt bemalt werden. Viele Verbraucher sparen sich aber mittlerweile die Färberei am Samstag vor Ostern und greifen lieber zu Fertig-Eiern aus dem Supermarkt: Hart gekocht und schon bemalt – was will man mehr? Aber Vorsicht! Bunte Ostereier aus dem Supermarkt sind von der Kennzeichnungspflicht, die für rohe Eier gilt, ausgeschlossen. Das sagt der Deutsche Tierschutzbund und warnt: Diese Eier stammen in vielen Fällen aus Käfighaltung – und die Verbraucher erfahren davon nichts.

Werbung

Bunte Ostereier aus dem Supermarkt sind oft Käfig-Eier

In Teigwaren, Nudeln, Fertigkuchen und anderem Gebäck werden nach wie vor billige Käfigeier verwendet, ohne dass der Kunde davon erfährt, sagt der Deutsche Tierschutzbund und spricht von einer Verbraucher-Täuschung. Das gleiche gelte auch für hart gekochte und gefärbte Eier, die es in Supermärkten nicht nur zur Osterzeit zu kaufen gibt. Produzenten und Einzelhandel profitieren von einer Gesetzeslücke. Denn eine Kennzeichnungspflicht für hart gekochte Eier gibt es in Deutschland nicht.

Kennzeichnungspflicht nur für rohe Eier

Jedes rohe Ei, das in Deutschland verkauft wird, muss seit 2004 eine Kennzeichnung tragen. Diese verrät, ob das Ei aus artgerechter Haltung stammt und gibt Informationen über den landwirtschaftlichen Betrieb und das Ursprungsland des Eis. Der Eier-Code ist folgendermaßen zu verstehen. Am Anfang findet sich eine Ziffer von 0 bis 3, die über die Art der Tierhaltung Auskunft gibt:

Werbung

0= ökologische Haltung

1= Freilandhaltung

2= Bodenhaltung

3= Käfighaltung

Anschließend folgt der Ländercode für Eier – hier einige Beispiele:

Werbung

AT = Österreich

BE = Belgien

DE = Deutschland

NL = Niederlande

Wenn das Ei aus Deutschland stammt, folgen nach der DE-Kennzeichnung zwei Ziffern für das Bundesland, aus dem das Ei stammt:

01 = Schleswig-Holstein

02 = Hamburg

03 = Niedersachsen

04 = Bremen

05 = Nordrhein-Westfalen

06 = Hessen

07 = Rheinland-Pfalz

08 = Baden-Württemberg

09 = Bayern

10 = Saarland

11 = Berlin

12 = Brandenburg

13 = Mecklenburg-Vorpommern

14 = Sachsen

15 = Sachsen-Anhalt

16 = Thüringen

Im Anschluss an den (Bundes-)Ländercode folgt die Identifizierungsnummer, die dem eierproduzierenden Betrieb zugeordnet ist. Jeder Verbraucher kann sich auf der Internetseite was-steht-auf-dem-ei.de über den Betrieb informieren, aus dem das betreffende Ei stammt.

Käfighaltung wird von Tierschützern weiterhin kritisiert

Nach der Abschaffung der Legebatterien im Jahr 2009 in Deutschland ist es seit 2012 auch EU-weit verboten, Hühner auf diese Art zu halten. Vor dem Verbot standen einem Huhn in einer Legebatterie durchschnittlich 550 Quadratzentimeter Fläche zur Verfügung. Das entspricht einem Viertel DIN A 4-Blatt. Nach dem Verbot der Legebatterien ist die Kleingruppenhaltung EU-weit der Mindeststandard für die Hühnerhaltung. Doch auch bei dieser Haltungsart steht jedem Tier im Durchschnitt gerade einmal etwas mehr als eine DIN A 4-Seite zur Verfügung. Obwohl es Scharrbereiche, Sitzstangen und Nester in den Kleingruppenkäfigen geben muss, kritisieren Tierschützer diese Art der Käfighaltung als nicht artgerecht. Die Mindestanforderungen der EU seien einfach zu gering. Die Hühner würden sich aufgrund der Enge gegenseitig verletzen. In Deutschland wird immerhin etwa jede zehnte Legehenne auf diese Weise gehalten.

Während einige Supermarkt-Ketten in Deutschland auf den Verkauf von rohen Eiern aus Käfighaltung verzichten – sie werden von den Verbrauchern kaum nachgefragt – setzt die Industrie weiterhin auf das Käfigei. So werden dem Verbraucher weiterhin Käfigeier untergejubelt, ohne dass diese darüber informiert werden müssen. Wer also beim Osterei auf Nummer Sicher gehen will, sollte seine artgerechten Eier selbst kochen und färben.

Frischetest für Eier

Das Mindesthaltbarkeitsdatum von rohen Eiern beträgt 28 Tage. Wer überprüfen möchte, ob ein rohes Ei noch frisch ist, kann den sogenannten Schwimmtest machen. Hierbei taucht man ein rohes Ei in ein großes Glas mit kaltem Wasser. Ist das Ei frisch, bleibt es ungefähr waagerecht auf dem Boden liegen. Je älter das Ei ist, desto mehr richtet es sich mit der dickeren Hinterseite auf. Der Grund: Die natürliche Luftblase im Ei wird mit zunehmendem Alter immer größer. Treibt das Ei nach oben unter die Wasseroberfläche, ist es nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Check Also

Sicheres Fahrradschloss

Fahrradschlösser-Test: Stiftung Warentest findet nur vier gute

Fahrradschlösser sind wichtig. Sie sollten sicher sein und nicht einfach geknackt werden können. Doch leider …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.