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Wer hat Recht? 10 Verbraucher-Fragen zum Thema Einkaufen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die 100 wichtigsten Fragen zum Verbraucher-Recht zusammengestellt und beantwortet, berichtet Bild.de. Denn in Sachen Verbraucherschutz sind sich viele Verbraucher in Deutschland ihrer Rechte überhaupt nicht bewusst. Allzu oft kursieren regelrechte Verbraucher-Mythen, denen wir in den folgende Tagen auf den Grund gehen möchten. Heute geht es um die wichtigsten Fragen zum Thema Einkaufen 

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1. Bezahlen mit der EC-Karte erst ab 20 Euro?

Der Kunde will einen Einkauf von 8 Euro mit der Maestro-Karte (Giro- oder EC-Karte) bezahlen. Der Verkäufer behauptet, das geht erst ab 20 Euro – wer hat Recht?

Der Verkäufer hat Recht! Denn der Kaufpreis bei einem Einkauf wird in bar geschuldet. Dem Verkäufer steht es daher frei, ob und zu welchen Bedingungen er andere Zahlungsmittel akzeptiert. Das gilt ebenso für Kreditkarten wie für die Bezahlung mit Maestro- bzw. EC-Karten.

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2. Unverlangtes Päckchen erhalten – was tun?

Ein Verbraucher erhält per Post ein Päckchen mit Gedenkmünzen, die er nicht bestellt hat. Das Unternehmen, das die Münzen verschickt hat fordert nun Geld für die unverlangt verschickten Münzen. Der Verbraucher kennt das Unternehmen nicht und weigert sich, zu bezahlen. Wer hat Recht?

Wer Ware geschickt bekommt, die nicht bestellt wurde, kann damit machen, was er will: Behalten, verschenken oder wegwerfen – bezahlen muss man dafür jedenfalls nicht.

3. Bei fehlerhafte Ware Geld zurück?

Der Kunde kauft einen neuen Regenschirm und schon nach kurzer Zeit versagt die Mechanik – der Schirm lässt sich nicht mehr öffnen. Anstatt das Geld zurückzugeben, will der Verkäufer den Schirm reparieren lassen – der Kunde will aber lieber sein Geld zurück: Wer hat Recht?

Hat eine verkaufte Ware Mängel und der Käufer reklamiert diese Ware, so hat der Verkäufer die Möglichkeit auf Nacherfüllung. Das heißt: Er darf zunächst versuchen, den Mangel zu beheben – sei es durch Reparatur oder Umtausch. Wenn der Kunde eine neue, fehlerfreie Ware angeboten bekommt, muss er das genauso akzeptieren wie eine Reparatur.

4. Umtausch ohne Kassenbon?

Ein Kunde hat einen Fehler an der gekauften Ware erkannt und besitzt den Kassenzettel nicht mehr. Der Verkäufer entgegnet: Ohne Kassenbon kein Umtausch! Wer hat Recht?

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Fehlerhafte Waren können auch ohne Kassenzettel reklamiert werden, vorausgesetzt man kann den Kauf anderweitig belegen. Beispielsweise durch einen Zeugen, der beim Einkauf dabei war oder über den Kontoauszug, wenn man die Ware per Karte bezahlt hat.

5. Wie lange sind Einkaufsgutscheine gültig?

Gutscheine stehen unter den Geschenktrends an vorderster Stelle. Doch wenn der Beschenkte die Gutscheinfrist verpasst, stellen sich einige Verkäufer stur und behaupten, der Gutschein sei abgelaufen. Wer hat Recht?

Gutscheine, die eine Frist von beispielsweise sechs Monaten haben, sind nicht zulässig, urteilte das Landgericht München (LG München vom 5.4.2007, Az.: 12 O 22084/06). In der Regel gilt für Gutscheine Frist von drei Jahren. Geht das Unternehmen, das den Gutschein herausgegeben hat, zwischenzeitlich pleite, bleibt man allerdings auf seinem Gutschein sitzen.

6. Haushaltsgerät wirtschaftlicher Totalschaden?

Der Kaffee-Vollautomat hat seinen Geist aufgegeben und muss repariert werden. Im Fachhandel heißt es dann: Eine Reparatur lohnt sich nicht – sie wäre teurer als ein neues Gerät. Sollte ich dem Händler vertrauen?

Laut Verbraucherzentrale werden Kunden bei Reparaturwünschen oft mit teuren Neugeräten über den Tisch gezogen. Holen Sie lieber eine zweite Meinung von einem anderen Handwerker ein, bevor Sie Ihr Altgerät abschreiben. Denn oftmals ist eine Reparatur doch möglich.

7. Reise gebucht und dann storniert

Ich habe online eine Reise gebucht und erfahre am Tag drauf, dass mein Partner von seinem Arbeitgeber keinen Urlaub bekommt. Ich will die Reise sofort stornieren, aber der Anbieter fordert Stornogebühren. Wer hat Recht?

Im Gegensatz zu vielen anderen Bestellungen im Internet gilt für Reisen kein Widerrufsrecht. Insofern muss man bei einer Stornierung die Stornokosten in Kauf nehmen.

8. Falsch ausgezeichnete Sonderangebote

In der Boutique finde ich ein Kleid zum Schnäppchenpreis von 50 Euro. Die Kassiererin verlangt aber den doppelten Preis und sagt, das Preis-Etikett sei aus Versehen auf dem Kleid gelandet. Ich bestehe auf das Sonderangebot. Wer hat Recht?

Die Verkäuferin kann tatsächlich den höheren Preis verlangen. Allerdings stellt eine falsche Preisauszeichnung einen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung da. Dummerweise kann als Kunde nicht dagegen vorgehen.

9. Falsche Gewinnversprechen

Ein Kaffeefahrt-Anbieter schickt mir eine Gewinnmitteilung. Sollte ich den Gewinn einfordern?

Es gab zwar schon einige wenige Fälle, in denen ein Empfänger von derartigen Gewinnmitteilungen vor Gericht die versprochene Gewinnsumme zugesprochen bekam, aber derartige Prozesse sind zeitraubend und können teuer werden. Besser: Die angebliche Gewinnmitteilung wegwerfen! Mittlerweile sind diese Schreiben nämlich so unverbindlich formuliert, dass die Absender in der Regel aus dem Schneider sind.

10. Überteuerte Heizdecke auf Kaffeefahrt gekauft

Kaffeefahrten gehören zu nach Ansicht von Verbraucherschützern zu den dubiosesten Verkaufsveranstaltungen überhaupt. Aber was tun, wenn man sich unter dem Druck des Verkäufers tatsächlich auf eine Heizdecke für 800 Euro eingelassen hat?

Bei Verkaufsgeschäften auf Kaffeefahrten gilt ähnlich wie bei Haustürgeschäften glücklicherweise ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Daher kann man den Einkauf innerhalb von zwei Wochen widerrufen und sollte auf keinen Fall bezahlen!

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Ein Kommentar

  1. Ist mir neu und dass obwohl ich mich sehr intensiv mit dem Thema Einkaufen befasse. Danke und Gruß Christina.

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