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Wetter: Kälte bleibt – Vegetationsbeginn verzögert sich

Nachdem die ersten drei Monate dieses Jahres zu den kältesten und dunkelsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zählen, setzt der April diesen miesen Trend fort. In der kommenden Woche werden in Deutschland zwar flächendeckend keine Minusgrade mehr erreicht, aber die Temperaturen bleiben weit unter Durchschnitt. Und es ist vergleichsweise trocken. Ein Wetter, das die Landwirte aufstöhnen lässt, denn der Vegetationsbeginn hat in Deutschland noch nicht wirklich eingesetzt – Umsatzeinbußen drohen. Aber nicht nur Landwirte haben ein schwieriges Jahr vor sich, auch für einige Allergiker könnte 2013 zum Horrorjahr werden.

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Wetter bleibt auch im April schlecht: Landwirte fürchten schweres Jahr

Der Ertrag der Landwirte steht und fällt mir der Witterung. Kaum ein anderer Berufszweig arbeitet in einer so großen Abhängigkeit zu Temperatur und Niederschlag. Sorgt die für die Jahreszeit zu kühle Witterung bei der sonstigen Bevölkerung „nur“ für Frust, so macht sie den Landwirten dagegen richtig Sorgen: Die anhaltend kalten Temperaturen könnten ihnen nämlich wiederum einen Strich durch die Rechnung machen – und letztlich erhebliche Ernteeinbußen verursachen.

„Der verzögerte Vegetationsbeginn hat nach heutiger Kenntnis noch nicht zu messbaren Schäden an den überwinternden Kulturen geführt“, so Landwirtschaftsexperte Bernhard Heim. „Aber es fehlen inzwischen drei bis vier Wochen, in denen sich die Kulturen nicht weiter entwickeln konnten.“ Die Wachstums- und Reifephasen der Nutzpflanzen würden unter anderem von der Tageslänge „gesteuert“. Das bedeutet, dass die Pflanzen bei einer bestimmten Tageslänge irgendwann quasi umprogrammiert werden vom Austrieb auf den Fruchtansatz. Dann werden also tatsächlich keine neuen Triebe mehr ausgebildet, sondern es entwickeln sich lediglich an den bis dahin vorhandenen Trieben ein Fruchtansatz bzw. die Samen. Mit anderen Worten: Die verlorene Jugendentwicklung kann nur sehr begrenzt aufgeholt werden. Mit Auswirkungen auf den späteren Ertrag.

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Schlechtes Wetter: Preise für Lebensmittel könnten stark steigen

Was die Milchviehbauern betrifft, so haben die zwar noch ausreichend Futter in den Silos. „Aber wenn das Gras nicht wachsen kann, wird der entscheidende erste Schnitt mager ausfallen“, prognostiziert Heim. Und dann hänge wiederum alles am Mais. Wie in den letzten beiden Jahren auch könnte auch 2013 der Mais wiederum die Kultur sein, die mit guten Erträgen ganz entscheidend dazu beiträgt, dass die Milchkühe satt werden und die Bauern annähernd entspannt bleiben.

Josef Matt, Berater für Pflanzenschutz beim Fachdienst Landwirtschaft in Buchen, sieht sein Arbeitsgebiet derzeit pragmatisch: „Solange nichts wächst, gibt es auch keine Pilzerkrankungen oder Schadinsekten und diesbezüglich nichts zu tun für die Landwirte. Mancher Landwirt ist schon unverrichteter Dinge wieder vom Feld zurückgekehrt. Es ist einfach noch zu kalt.“

Warmes Wetter und Regen dringend benötigt

Das Sommergetreide allerdings konnte trotz der Kälte unter eher guten Bedingungen in den Boden gebracht werden. Die Landwirte konnten auf dem leicht gefrorenen Boden das Saatgut teilweise besser in den Boden einbringen, als dies beispielsweise in „nassen“ Jahren der Fall ist. „Wenn es in nächster Zeit wärmer wird und regnet, kann noch mit einem normaler Ertrag gerechnet werden“, glaubt Matt.

Beim Raps allerdings gilt diese Prognose nicht. „Den könnte es am schlimmsten erwischen“, vermutet der Pflanzenschutzfachmann: „Der wird sich wohl nicht mehr richtig verzweigen und das geht auf Kosten der Schotenanzahl. Damit geht der Ertrag um vielleicht bis zu 20 Prozent zurück.“ Wintergetreide, das rechtzeitig im Herbst gesät wurde, würde dagegen wohl „mit einem blauen Auge“ davon kommen. Für später gesäten Winterweizen befürchtet Matt allerdings auch zumindest geringe Verluste. (Quelle: Landkreis Neckar-Odenwald-Kreis)

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