Zahnzusatzversicherungen im Test 2012: Stiftung Warentest untersucht private Zusatzversicherungen

Welche Zahnzusatzversicherung ist sinnvoll? Und wie teuer sind private Zusatzversicherungen? Die Stiftung Warentest hat die gängigsten Zahnzusatzversicherungen jetzt getestet und mehr als 140 Tarife für Zahnzusatzversicherungen untersucht. Ein Ergebnis der Tester: Verbraucher werden manchmal mit schwammigen Formulierungen getäuscht.

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Neue Gebührenordnung seit 2012

[sam id=“57″ codes=“true“]Seit Anfang 2012 gilt die neue Gebührenverordnung für Zahnärzte. Das wird einer der Gründe für die aktuelle Studie der Stiftung Warentest gewesen sein. Denn seit diesem Jahr müssen vor allem gesetzlich Versicherte mit deutlich höheren Kosten für Zahnersatz rechnen. Im Klartext heißt das: Kronen, Inlays und Implantate werden zu immer geringeren Anteilen erstattet. Wer hochwertigen Zahnersatz bevorzugt, muss noch tiefer in die Tasche greifen: 2.000 bis 3.000 Euro für Zahnersatz sind keine Seltenheit, sagt der Leiter der Untersuchung Holger Rohe gegenüber dem Deutschlandfunk: „Von diesem Rechnungsbetrag ersetzt die gesetzliche Krankenkasse – nach unseren Modellrechnungen – 25, 30 oder 32,5 Prozent. Je nach Bonusstufe des jeweiligen Versicherten. Wie hoch der Bonus im Einzelfall ist, hängt davon ab, wie oft er in der Vergangenheit den Zahnarzt regelmäßig besucht hat. Und dies auch im Bonusheft dokumentiert ist.“

100-Prozent-Schutz ist manchmal Mogelpackung

Da kann sich eine private Zusatzversicherung lohnen. Allerdings sind hierbei einige Dinge zu beachten.  Die Stiftung Warentest hat bei ihrem aktuellen Test die Zahnzusatzversicherungen aller privaten Krankenversicherer untersucht, die derzeit auf dem deutschen Markt tätig sind und die auch allen gesetzlich Versicherten zugängig sind. Insgesamt sind das mehr als 140 verschiedene Tarife. Die Unterschiede sind auf den ersten Blick nicht so einfach zu entdecken – der Teufel steckt im Kleingedruckten, so die Tester. So werben viele Versicherer mit großzügigen Erstattungen von bis zu 100 Prozent. Wer allerdings genauer hinschaut, wird feststellen: 100 Prozent von der Regelversorgung sind noch längst nicht 100 Prozent von der gesamten Rechnung.

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Gerade bei sogenannten 100-Prozent-Angeboten bei Zahnzusatzversicherungen sollte man daher skeptisch sein und auch bestehenden Verträgen genauer hinschauen, so Holger Rohe von der Stiftung Warentest: „Manche Versicherer beschränken ihre Leistungen auf eine bestimmte Anzahl an Implantaten. Andere legen Höchstbeiträge fest, die sie pro Implantat oder Inlay bezahlen. Eventuell lohnt sich ein Wechsel: Denn ältere Tarife leisten manchmal deutlich weniger, als die neueren Angebote. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit von zumeist zwei Jahren kann mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Das ist aber nicht sinnvoll, wenn in nächster Zeit Behandlungen anstehen. Denn aus dem neuen Vertrag erhält man dafür keine Leistungen.“

Wer einen Neuvertrag bei der Zahnzusatzversicherung abschließt, sollte damit rechnen, dass die Versicherung Wartezeiten vorsieht. Und: Die Versicherungen sind nicht billig: So muss beispielsweise ein 43-jähriger Neukunde für eine Zahnzusatzversicherung mit starken Leistungen zwischen 18 und 41 Euro monatlich bezahlen. Frauen in dem Alter müssen im Durchschnitt etwas mehr zahlen: Zwischen 19 und 49 Euro.

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Die besten Zahnzusatzversicherungen 2012

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest stellt gegenüber dem Deutschlandradio die besten Angebote vor: „Die vier günstigsten mit „sehr gut“ bewerteten Angebote sind die Tarife „EZ“ und „EZT“ der „Hanse Merkur“ und „central.prodent“ der „Cenetral“ sowie „DT85“ der „DKV“ und „ZZ Premium Plus“ der „Huk-Coburg“. Wer mit 43 Jahren eintritt, zahlt hier maximal 25 Euro Monatsbeitrag. Die umfangreichsten Zahnersatzleistungen bieten ein Tarif der „DFV“ sowie die identischen Top-Angebote von „ergo Direkt“ und „Neckermann“.“

Außerdem sei auffällig, dass von einigen Versicherern die Beiträge ähnlich wie bei einer Lebensversicherung kalkuliert werden, so die Tester. Anfangs werden höhere Beiträge für die Zeit angespart, wenn der Versicherer alt ist, sodass  die Erhöhungen im Alter nicht zu hoch ausfallen. Abweichend hiervon gibt es aber auch Modelle, nach denen die Beiträge mit zunehmendem Alter planmäßig ansteigen. Welche der beiden Versicherungsformen günstiger ist, dazu will die Stiftung Warentest keine Stellung beziehen.

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Für die Verbraucher ist folgendes festzuhalten: Einen Zahnzusatzversicherung ist grundsätzlich nicht so wichtig wie beispielsweise eine Haftpflichtversicherung. Allerdings kann eine Zahnzusatzversicherung Geld sparen – immerhin 13 Millionen Deutsche haben sich dafür entschieden, so Hermann-Josef Tenhagen: „Eine Zahnzusatzversicherung kann sinnvoll sein, aber sie ist sicherlich nicht zwingend. Für Leute, die sich das leisten können und auch Wert auf ihre Zähne legen, ist dies sicherlich vernünftig. Die meisten Leute möchten gerne, dass ihr Gebiss attraktiv wirkt.“

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2 Kommentare

  1. Sehr gute Anregungen. Danke!

  2. Ich kann hier die Barmenia empfehlen, laut meines Zahnarztes hat diese auch gut abgeschlossen in dem Stiftung Warentest, Test. Wieso ich die gerne empfehle und auch den Kommentar hier schreibe ist, dass nach nur 4 Monaten nach Abschluss, ich beim Radfahren stürzte und die Behandlung fast 4.000€ gekostet hat.
    Mein Lieblings Personal Trainer http://torsten-fleischer.de/start hat dann gleich den Krankenwagen gerufen und hätte sich auch als Zeuge angeboten das es ein Unfall war, den ich zwar selbst verschuldetet aber nicht grob fahrlässig (bei grob fahrlässig weiß ich nicht), was soll ich sagen die Barmenia hat anstandslos bezahlt, obwohl diese (ich denke die anderen auch) Höchstgrenzen pro Versichertenjahr an Bestattung haben. Bei Barmenia waren das „nur“ 1000€ im ersten Versichertenjahr, aber durch den Unfall meinte mein persönlicher Bertreuer bekomme ich die volle Leistung als ob ich schon immer versichert gewesen wäre. *freu*

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