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Zinssenkung – wer profitiert?

Völlig unerwartet hat EZB-Präsident Mario Draghi heute die Zinsen in der Eurozone gesenkt. Und das gerade einmal zwei Tage nach seinem Amtsantritt. Während sein Vorgänger, der Franzose Jean-Claude Trichet als „Falke“, also als Hardliner in der Geldpolitik galt und primär die Inflation im Euroraum bekämpfte, schickt sich der Italiener Draghi an, in erster Linie billiges Geld auf den Markt zu werfen. Dementsprechend fällt auch die Begründung der Währungshüter aus: Einer drohenden Rezession soll vorgebeugt werden. Ob mit dem Wechsel im Präsidentenamt nun auch ein genereller Wechsel in der Geldpolitik verbunden ist, ist vorerst noch unklar. Und: Wie können Verbraucher von der Zinssenkung profitieren?

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Die Europäische Zentralbank hat heute den Leitzins von 1,5 Prozent auf 1,25 Prozent gesenkt. Das ist der Zins, mit dem sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können. Die Zinssenkung bietet aus deutscher Verbrauchersicht sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Vorteile für Aktionäre & Häuslebauer

Von einem niedrigen Leitzins profitieren in erster Linie die Geschäftsbanken, gefolgt von Unternehmen. Sie können sich zu niedrigen Zinsen Geld bei den Banken leihen, da diese in der Regel eine Zinssenkung zumindest zum Teil an ihre Kreditkunden weitergeben. Wer Geld zu günstigeren Konditionen bekommt, kann mehr Geld aufnehmen und dadurch mehr investieren. Das fördert das Wirtschaftswachstum und befördert die Börsenkurse mit ziemlicher Sicherheit nach oben. So auch heute. Aktien-Inhaber haben heute deutlich gewonnen. Dieser Trend dürfte sich in den nächsten Tagen fortsetzen.

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Auch die gerade wieder angestiegenen Zinsen für Immobilienkredite dürften wieder sinken. Ein niedriger Leitzins wirkt sich selbstverständlich auch hier aus. Wobei man bei dieser Anlageform immer beachten sollte, dasss sich der Immobilienmarkt in Deutschland in den letzten Jahren zum Teil kräftig erhitzt hat. In lukrativen Lagen in den Top-Städten München, Düsseldorf, Frankfurt oder Hamburg stiegen die Anschaffungskosten für eine Immobilie zum Teil um über 30 Prozent allein im letzten Jahr. Da täuscht auch kein niedriger Leitzins und damit günstiger Hypothekenzins mehr darüber hinweg, dass hier wohl eher wenig Luft nach oben ist.

Auch die sogenannten Konsumkredite, als Klein- oder Ratenkredite für Konsumprodukte werden günstiger. Der neue Fernseher oder die neue Stereoanlage, die man sich mit einem Ratenkredit finanzieren will, gibt es schlagartig einige Euro billiger. Bei 1,25 Prozent Leitzins gehen überdies viele Anbieter wieder eher zu 0%-Finanzierungsangeboten über. Die 0,25 Prozent Zinssenkung kann sich gerade bei größeren Anschaffungen, wie zum Beispiel einem Neuwagen, recht deutlich bemerkbar machen. Zumal sich die Autohersteller derzeit ohnehin schon gegenseitig eine Rabattschlacht liefern.

Nachteile für Sparer & Verbraucher

Meist noch schneller wie Banken die Zinssenkung an Kreditnehmer weitergeben, geben sie diese an Sparer weiter. Das bedeutet, die Zinsen für Sparanlagen werden recht schnell sinken. Das gilt für alle Anlageformen in diesem Bereich. Sowohl das Sparkassenbuch, als auch Sparbriefe, Tagesgeldkonten und Festgeldangebote sind betroffen. Wer Geld also so anlegt, verliert nun bei dieser Zinssenkung der EZB. Wer also noch Geld zu guten Konditionen anlegen will, sollte sich sehr beeilen!

Auch Verbraucher in ihrer ureigensten Eigenschaft als Verbraucher von Lebensmitteln und weiteren Produkten des täglichen Bedarfs, gehören ebenfalls zu den Verlierern. Durch die Zinssenkung verbilligt sich das Geld. Das kann zu einer höheren Inflation führen – was in der Regel auch passiert. Je mehr das Geld „entwertet“ wird, sprich je mehr davon günstig auf den Markt gepumpt wird, desto weniger können wir Verbraucher uns dafür kaufen. Der ehemalige Bundesbankpräsident Karl-Otto Pöhl warnte bereits vor vielen Jahren: „Inflation ist wie Zahnpasta. Wenn sie erst mal raus ist, kriegt man sie kaum mehr rein.

Am besten ist es daher, man drückt gar nicht erst hart auf die Tube“. Derzeit drückt die EZB mit ihrem neuen Präsidenten Mario Draghi zwar noch sanft auf die Tube. Die überhitzten Märkte könnten dies allerdings auch als Signal für eine Kehrtwende in der Geldpolitik werten. Bei einer Inflationsrate unter 2 Prozent gilt aber immer noch, dass das eigentlich keine Inflation ist, da eher gesund für die Gesamtwirtschaft und auch für die Verbraucher. Zumindest die mit Krediten, diese verlieren dadurch nämlich auch an Wert.
Prüfen Sie mit dem Tagesgeld-Vergleich, wo es aktuell die besten Tagesgeld-Zinsen gibt

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