Zu viel Salz im Supermarkt-Brot: Verbraucherzentrale warnt vor Industrie-Backwaren

Die Verbraucherzentrale NRW hat die Zutatenlisten von Supermarktbrot und Supermarktbrötchen überprüft. Dabei viel den Verbraucherschützern vor allem der hohe Salzgehalt ins Auge: Laut Stichprobe enthielt bei einigen abgepackten Broten eine Scheibe Brot bis zu ein Gramm Salz. Das ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht viel zu viel! Denn wer drei bis vier Scheiben von diesem Brot am Tag isst, hat bereits zwei Drittel der empfohlenen Salzdosis am Tag erreicht. Wenn dann noch Wurst oder Käse aufs Brot kommen, dürfte die empfohlene Salzgrenze deutlich überschritten sein – und das allein mit dem Abendbrot.

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In der Stichprobe der Verbraucherzentrale wurden 274 Brote und Brötchen aus Supermärkten und Discountern auf ihren Salzgehalt hin untersucht. Das Ergebnis: Jede fünfte Probe enthielt zuviel Salz. Das kann langfristig zu Gesundheitsschäden führen. Schließlich gilt zu hoher Salzkonsum als Auslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu allem Überfluss ist es gar nicht so einfach den eigenen Salzkonsum zu ermitteln. Denn in der Regel findet man auf der Verpackung den Natriumwert des Lebensmittels. Dieser entspricht aber nicht 1:1 dem Salzgehalt sondern muss erst umgerechnet werden. Die Formel hierfür lautet: 1 Gramm Natrium = 2,54 Gramm Salz. Wenn also auf der Brotverpackung ein Natriumgehalt von 0,45 Gramm pro 100 Gramm Brot angegeben ist, bedeutet das einen Salzgehalt von 1,1 Gramm. Mehr Salz sollten 100 Gramm Brot nach Expertenmeinung nicht enthalten. Wem das Kopfrechnen schwer fällt, kann auch den kostenlosen Salz-Rechner der Verbraucherzentrale NRW nutzen.

Welche Backwaren wurden untersucht?

Die Verbraucherzentrale NRW untersuchte den Salzanteil in  67 Weizenbroten und -brötchen, 65 Weizen-/Roggenmisch-, 30 Mehrkorn-, 98 Vollkorn- und 14 Pumpernickelbroten. Die Tester halten das Ergebnis für besorgniserregend: 80 Prozent der untersuchten Tagesrationen enthielten mehr als zwei Gramm Salz. Damit wird bereits mehr als ein Drittel der täglichen Maximaldosis Salz überschritten. Bei elf Broten aus dem Weizen-, Misch- und Mehrkornsortiment hatten die industriellen Bäcker im Schnitt mit drei Gramm pro Tagesportion sogar richtig tief ins Salzfass gegriffen. Lediglich die Vollkornvarianten schnitten deutlich salzärmer ab: Lediglich ein Vollkornprodukt in der Stichprobe war übersalzen.

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Salz ist gefährlich für Blutdruck-Patienten

Wer sich regelmäßig von Industriebrot und anderen Fertiglebensmitteln ernährt, neigt ohnehin zu einem übermäßigen Salzkonsum, so die Verbraucherschützer. Übermäßig bedeutet mehr Salz als die empfohlene maximale Tagesdosis von sechs Gramm Salz. Und das kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Denn ein übermäßiger Salz-Konsum ist nach allgemein anerkannter Expertenmeinung Gift für den Blutdruck und erhöht das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen. Wer hingegen die Maximaldosis um täglich 2,5 Gramm Salz reduziert, senkt die Erkrankungsgefahr um fast ein Viertel, ohne dass dadurch nennenswert Geschmack und Genuss beeinträchtigt werden.

Daher fordert die Verbraucherzentrale von den Industrie- und Handwerksbäckereien, die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung zu befolgen. Diese empfiehlt einen Salzanteil im Brot von maximal 1,5 Prozent – bezogen auf den Mehlanteil. Falls sich die Brotbäcker nicht bewegen und freiwillig auf die starke Prise Salz verzichten, so die Verbraucherzentrale, müssten Grenzwerte für den Salzgehalt der diversen Brot- und Backwaren künftig gesetzlich festgelegt werden.

Lesen Sie hier die Untersuchungsergebnisse der Verbraucherzentrale NRW zum Salzgehalt in Supermarktbrot

 

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