ADAC-Studie: Kein Motorschaden durch E 10 – Kraftstoff besser als sein Ruf

Was war das Geschrei groß als vor einem Jahr der sogenannte „Biokraftstoff“ E 10 auf den Markt kam. Die Aufregung war enorm, als stünde das Ende des automobilen Zeitalters bevor. Dabei hatte man nur ergänzend zum normalen Super-Kraftstoff, der derzeit mit fünf Prozent Bioethanol-Beimischung auf dem Markt ist, einen weitern Super-Kraftstoff mit zehn Prozent Bioethanol-Beimischung auf den Markt gebracht, das umstrittene „E 10“. E 10 ist war im Schnitt im vergangenen Jahr gut vier Cent günstiger als herkömmliches Super. Dennoch blieb es ein Ladenhüter. „Die meisten Motoren vertragen kein E 10“, „Biokraftstoff zerstört unsere Autos“ das stand damals über Artikeln zum Thema.  Alles Panikmache und Humbug, fand nun der ADAC heraus.

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E 10 ist nicht schädlich für Motoren – fast alle Fahrzeuge vertragen den Biosprit

„Welche Motoren vertragen E 10?“ und „Ist E 10 schädlich für mein Fahrzeug“ waren vor gut einem Jahr häufig gegoogelte Fragen im Internet. Auf zahlreichen Seiten konnte man dann sehen, ob das eigene Auto E 10 verträgt oder nicht. Eigentlich hätte es damals schon auffallen müssen: Nahezu alle in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge vertragen E 10. Dennoch war die Angst groß. E 10 ist bis heute ein Ladenhüter. Gerade einmal drei Millionen Autofahrer in Deutschland tanken regelmäßig E 10. Der Anteil von E 10 bei allen Kraftstoffen beträgt damit gerade einmal 13 Prozent, geplant waren bis zu 90 Prozent.

Zu unrecht wie jetzt der ADAC bestätigt. „Uns ist bis heute kein Fall eines technischen Schadens gemeldet worden“, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer. Um die Bioquote zu erfüllen müssen 6,25 Prozent der fossilen Energie durch Bioenergie ersetzt werden. Das gelingt nicht, wenn der E 10-Verbrauch nicht massiv zunimmt. „Wir müssen die Nutzung von E10 vorantreiben und dazu muss es endlich gelingen, das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten“, so Meyer weiter.

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Vertrauen in Bio-Kraftstoff E 10 weiter sehr gering

Nicht nur durch vermeintliche Motorschäden kam E 10 in Verruf. Auch die ökologische und ethische Sinnhaftigkeit des Biosprits steht in Frage. Hier müssen Politik und Hersteller sicherstellen, dass Biokraftstoffe tatsächlich nachhaltig produziert würden, um Vertrauen beim Verbraucher zurückzugewinnen. Die Sorge ist nach wie vor groß, dass für den Anbau von Pflanzen zur Verspritung natürliche Lebensräume mit hoher Artenvielfalt zerstört und Regenwälder gerodet würden. Auch nimmt der Anbau von Pflanzen zur E 10-Gewinnung Ackerflächen weg, die für die Nahrungsmittelproduktion in der Dritten Welt dringend benötigt werden. Auch diese Sorge der Verbraucher konnten weder Politik, noch Hersteller bislang ausräumen.

Immerhin: Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) lassen sich mit Biosprit die CO2-Emissionen deutlich senken. „Wenn alle Benziner-Pkw, die E10 vertragen, auch mit diesem Biokraftstoff betankt werden würden, könnten in Deutschland jährlich über zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden“, erklärte VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig. Ein weiteres Plus in der momentan im Nahen Osten brenzligen politischen Lage: Die Abhängigkeit von Erdöl wird reduziert.

E 10 wird sich langfristig durchsetzen

Der ADAC geht davon aus, dass der Anteil von E 10 in den nächsten Monaten deutlich zulegen wird. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Biokraftstoffe brauchen, um unsere CO2-Ziele langfristig zu erreichen“, so ADAC-Chef Meyer. Wenn erst mal klar ist, dass E 10 nicht schädlich für das Auto ist, wird sich der Preisunterschied von durchschnittlich vier Cent pro Liter irgendwann niederschlagen. Viele Autofahrer werden umsteigen, auch wenn der direkte Vergleich von Super E 10 mit Super E 5 nicht ganz korrekt ist. Mit einer Tankfüllung E 10 kommt man nämlich nicht so weit wie mit einer Tankfüllung E 5.

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