Punktereform: Was ändert sich bei Verkehrsvergehen?

Die Punktereform bringt einige Änderungen mit sich. So wird das Telefonieren mit dem Handy am Steuer zwar deutlich teurer, es gibt aber keine Punkte mehr dafür. Die Reform der Flensburger Verkehrssünderkartei ist das Lieblingskind von Bundesverkahrsminister Peter Ramsauer (CSU) und ein heißdiskutiertes Unterfangen.  Am 1. Februar 2014 soll sie nun endlich in Kraft treten.

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Punktereform: Das ändert sich für Autofahrer

Mit der Reform der Regeln für Verkehrssünder soll das bislang gültige Punktesystem nach Willen der Bundesregierung vereinfacht werden.Dies geht mit einigen grundlegenden Veränderungen einher.

Während der Führerschein momentan beim Erreichen von 18 Punkten für mindestens ein halbes Jahr weg ist, soll dies ab 2014 schon bei 8 Punkten der Fall sein. Dies bedeutet aber nicht, dass der Führerschein einfach schneller eingezogen wird, sondern dass Verkehrsdelikte mit weniger Punkten geahndet werden.

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Außerdem sollen einige Vergehen gar nicht mehr mit Einträgen in die Flensburger Verkehrssünderkartei bestraft werden. Dies trifft vor allem auf Delikte zu, die die Verkehrssicherheit nicht gefährden, wie beispielsweise unrechtmäßiges Fahren in einer Umweltzone. Bislang brachte das einen Punkt sowie 40 Euro Geldstrafe ein. Zukünftig soll auf den Punkt verzichtet, die Geldstrafe allerdings auf 80 Euro erhöht werden.

Punkteabbau schwerer möglich

Eine weitere Änderung betrifft die Möglichkeit des Punkteabbaus. Heute verringert der Besuch von Fahrschulseminaren oder psychologischer Beratung den Punktestand um zwei bis vier Punkte. Dies ist zukünftig nicht mehr vorgesehen. Die Rechtschutzexperten der ARAG-Versicherung raten daher denjenigen Autofahrern mit prall gefülltem Punktekonto, wenn möglich noch in 2013 an einer solchen Maßnahme teilzunehmen.

Bestehende Punkte werden umgerechnet

Es gibt zwei Möglichkeiten, was mit den bestehenden Punkten geschieht. Entweder sie verfallen, was dann der Fall ist, wenn es um Delikte geht, die nach der Reform nicht mehr punktewürdig sind. Oder sie werden umgerechnet. Dies geschieht bei Verstößen, die weiterhin punktewürdig sind und die Verkehrssicherheit gefährden. Darunter zählt zum Beispiel zu schnelles Fahren oder das Überfahren einer roten Ampel.

Aufgeführt sind diese Vergehen in der sogenannten Fahrerlaubnis-Verordnung. Die Umrechnung der Punkte verteilt sich wie folgt: 1-3 Punkte werden zu 1 Punkt zusammengefasst, 4-5 zu 2, 6-7 zu 3, 8-10 zu 4, 11-13 zu 5, 14-15 zu 6, 16-17 zu 7 und letztendlich werden aus 18 Punkten 8. Dabei soll zukünftig der sogenannte Idiotentest ab 6 Punkten verpflichtend sein, allerdings keinen Punkterabatt mehr einbringen. Bislang fand dieses Seminar ab 14 Punkten statt.

Punkte verfallen automatisch nach zwei Jahren

Beim Thema Punkteverfall wird die Vereinfachung des Systems stark zu spüren sein, denn die sogenannte Überliegefrist soll zukünftig wegfallen. Das bedeutet, dass bestehende Punkte für ein bestimmtes Vergehen automatisch nach zwei Jahren verfallen sollen. Die geschieht künftig unabhängig davon ob neue Verkehrsdelikte zwischenzeitlich hinzugekommen sind. Bislang verlängert sich nämlich die Frist bis zum Verfall, wenn innerhalb dieser ein neues Vergehen begangen wird.

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Verkehrsdelikte werden deutlich teurer

Gerade bei Verkehrsvergehen, die bislang relativ günstig waren, sollen die Preise mit der geplanten Reform enorm steigen. Dies hängt mit der Anhebung der Punktegrenze ab einem Wert von 70 Euro zusammen. Auch sollen die höheren Bußgelder abschreckend wirken.

Es erhöhen sich beispielsweise die Kosten vom Nutzen des Mobiltelefons am Steuer von 40 Euro auf 70 Euro und vom Fahren in der Umweltzone von 40 Euro auf 80 Euro. Das Nicht-Anschnallen von Kindern schlägt künftig nicht mehr mit nur 40 Euro, sondern mit 60 Euro zu Buche.

Bei den bisher bereits schon teuren und punkteintensiven Delikten, wie Alkohol am Steuer, das Überfahren einer roten Ampel oder zu schnelles Fahren fallen auch weiterhin hohe Bußgelder an und Punkte in Flensburg an.

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