Fahndungsaufruf: Facebook und die Jagd nach einem Vergewaltiger

Fahndungsaufruf: Auf Facebook wird derzeit zur Jagd auf einen Vergewaltiger geblasen. Einen mutmaßlichen Vergewaltiger versteht sich. Eine schlimme Sache, schließlich werden in vielen Fällen so Menschen an den öffentlichen Pranger gestellt und vorverurteilt, die unter Umständen unschuldig ist. Hinzu kommt, dass private Fahndungsaufrufe in Deutschland verboten sind.

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Facebook Nutzer jagen Vergewaltiger

Bei Facebook geht mal wieder ein privat lancierter Fahndungsaufruf rum. Es handelt sich um die Facebook-Seite „Auf der Jagd nach dem Vergewaltiger“, die am 2.11.2013 veröffentlicht wurde. Knapp 10.000 Nutzer sind bereits „Fan“ dieser Seite, so das Internetportal mimikama.at.  Derzeit sei auch nicht festzustellen, wer den Fahndungsaufruf ins Netz gestellt hat. Es handle sich jedenfalls nicht um einen offiziellen Aufruf der Polizei.

Private Fahndungsaufrufe bei Facebook können strafbar sein

In Deutschland dürfen nur die Strafverfolgungsbehörden öffentliche Fahndungsaufrufe herausgeben. Wer selbst zur Fahndung aufruft, beispielsweise im Internet auf Facebook oder anderswo, kann sich strafbar machen. Folgende Punkte sollte man in jedem Fall beachten, so das Internetportal computerbetrug.de.:

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  • Nur Strafverfolgungsbehörden dürfen in Deutschland nach Personen öffentlich fahnden. Private Fahndungsaufrufe sind verboten.
  • Tatverdächtige und selbst Straftäter genießen in Deutschland Persönlichkeitsrechte. Diese dürfen nur unter ganz bestimmten Umständen durch Film- und Fotoveröffentlichungen verletzt werden.
  • Kinder und Jugendliche haben Persönlichkeitsrechte, die nicht durch private Fahndungen verletzt werden dürfen
  • Wer Persönlichkeitsrechte Dritter verletzt, muss mit teuren Abmahnungen, Schadensersatz- und Schmerzensgeldforderungen rechnen.

Facebook-Fahndung nur durch Polizei

Fahndungsaufrufe via Facebook oder andere Internetplattformen bewegen sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Sicher ist: Private Fahndungsaufrufe sind verboten. Doch in der Vergangenheit haben staatliche Ermittlungsbrehörden bereits mit Fahndungsaufrufen experimentiert.

So schreibt Zeit-Online: „Zwar erlaubt die Strafprozessordnung die Öffentlichkeitsfahndung bei einer „Straftat von erheblicher Bedeutung“. Doch im Anhang gibt es die Richtlinien für das Strafverfahren und darin ein Kapitel über „die Nutzung des Internets sowie anderer elektronischer Kommunikationsmittel zur Öffentlichkeitsfahndung“. Dort heißt es: „Private Internetanbieter sollen grundsätzlich nicht eingeschaltet werden.“, so die Zeit.

 

 

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