Album des Monats: Pet Shop Boys Elysium

Elysium ist endlich da – das neue Album der Pet Shop Boys! Die Anlehnung an die Insel der Glückseligen, das Paradies aus der griechischen Mythologie ist nicht unbescheiden. Dennoch auch nicht völlig unpassend. 31 Jahre gibt es die Pet Shop Boys bereits, die Band des ehemaligen Musik-Journalisten Neil Tennant und des Musikers Chris Lowe. Es gibt auf der Welt nur wenige Musik-Acts, die sich so lange so erfolgreich am Markt halten. Die immer coolen Rocker der Rolling Stones gäbe es da, die sich stets neu erfindenden lebenden Legenden von Depeche Mode oder Stil-Ikone Madonna. Wir bewegen uns somit in der Top-Liga oder um im Bild der griechischen Mythologie zu bleiben, im Musik-Olymp. Genau dahin gehören sie auch hin, die Pet Shop Boys. Das brauchen sie längst nicht mehr zu beweisen, aber sie haben es einmal mehr bewiesen, mit ihrem neuen Album „Elysium“.

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Los Angeles als Insprationsquelle

Für ihr 11. Studioalbum sind die Pet Shop Boys einmal um die halbe Welt geflogen. In Los Angeles produzierten sie es mit Andrew Dawson, der eigentlich eher im Rap zu Hause ist und beispielsweise das letzte Kayne West Album aufgenommen hat. Aber zum Glück für alle Fans der Pet Shop Boys kommt „Elysium“ nicht mit irgendwelchen peinlichen Rap-Samples daher, sondern ist straighter Pop, erwartbar gut und etwas ruhiger als vorherige Alben.

Die Pet Shop Boys selbst sind -wie sollte es auch anders sein- begeistert von der Zusammenarbeit mit dem US-Produzenten: „Es war einfach inspirierend, ein Album in Los Angeles aufzunehmen und mit einem Produzenten aus einem völlig anderen musikalischen Umfeld zu arbeiten, der unserer Musik dann auch einen ganz neuen Aspekt hinzugefügt hat“. Welcher Aspekt das genau sein soll, das hört man eher nicht, weder beim ersten, noch beim  zweiten Durchhören der Platte.

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Schnörkelloser Elektro-Pop mit angezogener Handbremse

„Elysium“ ist etwas stiller, langsamer als man es von den Pet Shop Boys sonst kennt. Die Songs macht das aber auf keinen Fall langweilig. Im Gegenteil bietet das Album eine große Spannbreite von Stilen, die alle in kühlen Elektro-Pop gehüllt sind. Es gibt zum Beispiel Anlehnungen an klassische Orchestermusik in „Hold on“ oder an 60ies-Lounge-Pop in „Give it a go“.

Inhaltlich wankt das Album zwischen recht seicht und tiefgründig. Es geht um das Altern (Invisible) und Fluchtreflexe, Sehnsucht und Eskapismus (Breathing Space). Auf seichtere Titel angesprochen, entgegnet Neil Tennant „In einem Meer von Negativität, ich bin eine Freiheitsstatue“. Das entspricht dem leicht selbstironischen Selbstverständnis der Band.

Fazit: Guter Pop mit Höhepunkten

Insgesamt ist „Elysium“ ein gutes Pop-Album. Vielleicht nicht der größte Wurf, den die Pet Shop Boys je getan haben, aber eines, das dem Pop-Olymp durchaus würdig ist. Der ultimative Pop-Höhepunkt des Albums kommt ganz zum Schluss mit „Requiem in Denim and Leopardskin“, ein 6-minütiges leicht wehmütiges Discofinale ganz im Stile alter Pet Shop Boys Klassiker.

„Elysium“ enthält 12 neue Songs und wird als Standard-CD, Digital Download und limitierte Doppel-CD veröffentlicht. Die Bonus-CD des Doppelalbums enthält den Instrumental Mix. Die iTunes-deluxe-Version des Albums wurde zudem einem Special Mastering unterzogen.

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