In Darkness – eine wahre Geschichte

Noch eine wahre Geschichte über das Dritte Reich. Braucht man das wirklich? Ist nicht bereits alles erzählt worden? Nein, das ist es nicht, sagt Regisseurin Agnieszka Holland und erzählt eine Geschichte über eine recht zwielichtige Gestalt, den Dieb und Betrüger Leopold Socha, der im besetzten Lemberg Juden vor den Nazis versteckte. Erst gänzlich eigennützig, später dann mit Herzblut. „In Darkness – eine wahre Geschichte“ ist eine polnisch-deutsche Koproduktion und war polnischer Kandidat um den begehrten Oscar für den besten fremdsprachigen Film. In Darkness – eine wahre Geschichte.

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Eine wahre Geschichte über Liebe, Hass, Freundschaft und Feindschaft

1943, in der von den Nazis besetzten polnischen Stadt Lemberg herrscht Armut. Die Armen bestehlen die, die noch weniger haben. Der zunächst nur auf Eigennutz bedachte polnische Dieb und Einbrecher Leopold Socha entdeckt eines Tages eine Gruppe jüdischer Ghettobewohner auf der Flucht und versteckt sie gegen Geld im Labyrinth der Kanalisation von Lvov. In ihrer Notlage unfreiwillig auf engstem Raum gefangen, erleben die jüdischen Flüchtlinge stellvertretend für die vielschichtige Gesellschaft der Juden die großen Gefühle von Liebe und Freundschaft aber auch von Hass, Feindschaft und gegenseitiger Ablehnung.

„In Darkness – eine wahre Geschichte“ wurde von der international renommierten Regisseurin Agnieszka Holland („Hitlerjunge Salomon“) inszeniert und erzählt die wahre Geschichte des Polen Leopold Socha (Robert Wieckiewicz), der unter Einsatz seines eigenen Lebens und das seiner Familie während des 2. Weltkriegs jüdische Flüchtlinge über viele Monate in der Kanalisation von Lvov versteckte. Es ist eine Geschichte, in der sich ein einzelner Mensch gegen ein Szenario von unvorstellbarer Grausam keit
stellt und dabei das denkbar Schwierigste tut: das Richtige, egal welche Konsequenzen drohen.

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Hervorragende Schauspieler aus Deutschland und Polen

Benno Fürmann spielt den Juden Mundek Margulies, der ausgerechnet in der Kanalisation die große Liebe findet, Maria Schrader und Herbert Knaup sind das reiche Ehepaar Chiger, Eltern der beiden Kinder, von denen das Mädchen Krystyna als letzte noch lebende Zeugin der Geschichte heute in den USA lebt, der polnische Held Leopold Socha wird vom polnischen Schauspieler Robert Wie˛ckiewicz dargestellt. Die Regisseurin Agnieszka Holland erzählt die wahre und zutiefst menschliche Geschichte widersprüchlicher Helden dramatisch, spannend und doch auch mit warmherzigem Humor. Der Film feierte seine internationale Premiere auf dem 38. Telluride Film Festival und wurde auf dem 36. Toronto International Film Festival gezeigt. Der Film wurde von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert.

Kanalarbeiter lässt sich von versteckten Juden schmieren

Das von den Nazis besetzte Lvov in Polen, 1943: die Schwachen plündern die Schwächeren, die Armen stehlen von den weniger Armen. Man kann niemandem trauen. Juden werden auf der Straße exekutiert, die Nazis räumen die Ghettos. Leopold Socha (Robert Wieckiewicz), ein Kanalarbeiter und Gelegenheitsdieb kämpft um das Überleben seiner Frau und seiner Tochter. Sein Freund Bortnik, ein hochdekorierter ukrainischer Offizier, unterbreitet ihm ein verlockendes Angebot für ein besseres Leben. Alles was Socha dafür tun muss, ist versteckte Juden in der Kanalisation zu finden. Immerhin kennt keiner das Abwassersystem besser als Socha, der es als Versteck für sein Diebesgut nutzt.

Schon bald stößt Socha auf eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Juden, die versucht, der bevorstehenden Auflösung des Lvov’er Ghettos durch Flucht in die Kanalisation zu entgehen. Sie bieten Socha Geld für seinen Schutz an. Obwohl ihm bewusst ist, dass das Verstecken von Juden seine sofortige Hinrichtung und die seiner Familie bedeuten kann, sieht er das schnelle Geld und schlägt ein. Dafür wird er aber nur 10 Juden retten können. Ignacy Chiger, der das Geld besitzt, hat die schwere Aufgabe aus der großen Gruppe diese 10 Auserwählten zu bestimmen. Ein Mitglied der Gruppe, Mundek Margulies (Benno Fürmann), selbst ein Draufgänger und Betrüger, misstraut Socha zutiefst. Doch als die Nazis zuschlagen, hilft Socha den Juden, einschließlich der beiden kleinen Kinder der Familie Chiger, in die Kanalisation zu entfliehen.

Gelegenheitsdieb wird zum guten Menschen

Sochas Schwierigkeiten beginnen, als er versucht dem wachsenden Misstrauen Bortniks immer einen Schritt voraus zu sein. Er wägt das erhaltene Geld gegen die Gefahr des sicheren Todes für sich und seine Familie ab und beschließt, die Juden sich selbst zu überlassen. Doch das Schicksal führt ihn wieder mit Mundek zusammen. Er rettet sein Leben, indem er ihm hilft, einen deutschen Soldaten zu töten. Dann trifft er auf die beiden Kinder Krystyna und Pawel, die sich in den Abwasserkanälen verlaufen haben und Socha entscheidet, diesen Menschen weiterhin zu helfen – obwohl seine Frau (Kinga Preis), als sie von „seinen“ Juden erfährt, entsetzt reagiert und er die Ermordung seines Kompagnons Szczepek (Krzysztof Skonieczny) durch die Nazis miterleben muss.

Das Leben für die kleine Gruppe Juden in der Unterwelt ist menschenunwürdig. Zwischen Ratten versuchen sie sich trotzdem einen menschlichen Alltag aufzubauen und so normal wie möglich weiter zu leben. Das ehemals reiche Ehepaar Chiger (Maria Schrader, Herbert Knaup), das auch die Bezahlung von Socha übernommen hat, spielen mit ihren Kindern Krystyna und Pawel Theater, lesen vor und versuchen so, ein Stück Vollkommenheit und Frieden in einer gewaltvollen, grausamen Welt aufrechtzuerhalten. Eine Frau entbindet mit tragischen Folgen, Mundek (Benno Fürmann) verliebt sich hoffnungslos in die temperament – volle junge Klara (Agnieszka Grochowska) und trifft eine tollkühne Entscheidung: Er will zum Janowska Konzentrationslager gelangen, um dort Klaras Schwester zu befreien, um die sie sich so sorgt.

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Persönlicher Mut ist stärker als Antisemitismus und Sozialneid

So wie Liebe und Freundschaft die Schicksalsgemeinschaft bestimmen, so sehr sind auch jahrelang aufgestauter Hass auf vorher herrschende Klassenunterschiede, Neid und Ablehnung natürliche Gefühle, die die kleine Gruppe der Juden beherrschen. Doch sie leben nun für mehr als ein Jahr in der Dunkelheit, in Gestank, Nässe und in völliger Isolation. Die Widerstände werden weniger, verschwinden. Das pure Überleben steht im Vordergrund – und das Geld ist aufgebraucht. Aber jetzt gibt es für Socha kein Zurück mehr: er kauft ihnen Lebensmittel von seinem eigenen Geld, versteckt sie von einer Kammer in die andere, beschützt sie auch dann noch, als das Ende des Krieges naht und Bortnik seinem Geheimnis immer näher kommt. Dann naht die Katastrophe. Eine verheerende Überflutung füllt die Kanalisation. Bortnik entdeckt, dass sein Freund ihn wirklich betrogen hat. Nun muss Socha seinen Mut zum allerletzten Mal unter Beweis stellen.

Der großartigeFilm, der bereits Anfang des Jahres in die Kinos kam, kommt am 21.9.2012 als DVD und BluRay heraus: In Darkness – eine wahre Geschichte.

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