Premiere: Wer’s glaubt wird selig – bitterböser Humor made in Germany

Schon mal von der Heiligen Daisy gehört? Nein? Dann könnte das daran liegen, dass „Wer’s glaubt wird selig“ erst am Dienstag in München Premiere hat. Die Heilige Daisy ist nicht die einzige Skurrilität: Es gibt noch einen Hamburger der Hummersuppe wegen nach Bayern zieht, einen Papst, der in der Dorfkneipe Lebensweisheiten verbreitet und eine eigentlich abgrundtief böse Schwiegermutter, die posthum den Frieden des Ortes wieder herstellt und die harten Männer im Dorf plötzlich an Wunder glauben lässt. Humorvoll nimmt Regisseur Marcus H. Rosenmüller das katholische-krachlederne Landleben in Bayern aufs Korn. Premiere ist am 6.8. in München. Die Hauptdarsteller Christian Ulmen, Hannelore Elsner und Lisa Maria Potthoff werden zusammen mit den anderen Schauspielern und natürlich Regisseur Rosenmüller angemessen feiern. In die deutschen Kinos kommt das Wunderwerk dann am 16. August.

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Bitterböser Humor: Mit Katholizismus gegen die Wirtschaftskrise

Es schneit einfach nicht mehr in dem ehemals florierenden, kleinen Skiort in den Bergen – und das schon seit 5 Jahren! Klimawandel sagen die einen, unterlassene Hilfeleistung Gottes die anderen. Die Touristen bleiben aus, der wirtschaftliche Kollaps sorgt für eine anhaltende Flaute – und zwar in jeder Hinsicht. Auch Wirt Georg (Christian Ulmen) und seine Frau Emilie (Marie Leuenberger) hatten definitiv schon bessere Zeiten, sowohl finanziell, als auch in ihrem Liebesleben. Als seine anstrengende und religionsfanatische Schwiegermutter Daisy (Hannelore Elsner) überraschend das Zeitliche segnet, hat Georg die kühne wie rettende Idee: Daisy muss heiliggesprochen werden!

Wallfahrtsort statt Ski-Mekka! Zum Erstaunen Georgs scheint der Papst (Nikolaus Paryla) höchstpersönlich ein ganz spezielles Interesse an dem ehemaligen Skiörtchen zu haben. Und so entsendet der Vatikan tatsächlich einen Prüfer (Fahri Yardim), der sich von dem wundersamen Wirken der Heiligen Daisy überzeugen soll – oder besser gesagt: überzeugt werden muss! Eine gewaltige Aufgabe für Wundererfinder Georg, seine Freunde und Emilies unkonventionelle Schwester Evi (Lisa Maria Potthoff), die einen abenteuerlichen Plan beschließen – für’s Geld und für die Liebe!

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Krachledern-deftiger Humor und wunderbares Schauspieler-Ensemble

Mit „Wer’s glaubt wird selig“ Regisseur Marcus H. Rosenmüller einen wunderbar bösartigen Film über den Glauben im Allgemeinen und die Macht der Wunder im Speziellen inszeniert. Einmal mehr konfrontiert uns Rosenmüller humorvoll und ohne Zynismus mit unseren Ängsten, Fragen und geheimen Sehnsüchten und lässt uns bei dieser schrägen Komödie alle Figuren ins Herz schließen. Dies gelingt nicht zuletzt durch das starke Ensemble aus bekannten Darstellern der Rosenmüller-Familie und spannenden  „Neuzugängen“. Neben Christian Ulmen („Maria ihm schmeckts nicht“), Hannelore Elsner („Alles auf Zucker!“), Nikolaus Paryla („Solo für Klarinette“), Fahri Yardim („Männerherzen“) und Marie Leuenberger („Die Standesbeamtin“), spielen Lisa Maria Potthoff, Simon Schwarz und Jürgen Tonkel.

Heruntergekommener bayrischer Skiort soll Wallfahrtsort werden

Hollerbach, ein ehemals blühender, bayerischer Skiort in den Bergen, steht wegen akuten Schneemangels der letzten Jahre kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Klimawandel sagen die einen, unterlassene Hilfeleistung Gottes die anderen. Das Dorf ist fast pleite und die wirtschaftliche Flaute macht sich auch im Ehebett des örtlichen Wirts Georg (Christian Ulmen) bemerkbar. Seine Frau Emilie (Marie Leuenberger) hält die Familie zwar mit einem neuen Job als Krankenschwester über Wasser, benötigt dafür aber mehr Schlaf als Georgs Nähe.

Als Georg Emilie doch endlich einmal wieder leidenschaftlich näher kommt, wird im Nebenzimmer seine religionsfanatische Schwiegermutter Daisy (Hannelore Elsner) von einem herabfallenden Kreuz erschlagen. Und das bringt Georg auf eine abenteuerliche Idee: Er will Daisy heilig sprechen lassen, um dann durch herbeiströmende Pilger wieder Einnahmen zu generieren. Wallfahrtsort statt Skimekka!

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann Georg seine Freunde, Polizist Hartl (Simon Schwarz), Bestatter Möslang (Jürgen Tonkel), Metzger Fischer (Franz Bauer), Supermarktbesitzer Gumberger (Johannes Herrschmann) und Lehrer Pellhammer (Maximilian Schafroth) von seinem Vorhaben überzeugen.

Der Heilige Vater in der bayrischen Dorfkneipe

Tatsächlich hinterlässt Georg bei einem Spontanbesuch in Rom mächtig Eindruck – durch einen Zufall landet er in der päpstlichen Privatkapelle und sitzt wahrhaftig dem Heiligen Vater (Nikolaus Paryla) persönlich gegenüber – so dass kurz darauf Pater Paolo (Fahri Yardim) zur Prüfung des Wirkens der Heiligen Daisy entsandt wird. Was weder der Vatikan noch die Freunde wissen: Da Paolo eine Lebensmittelvergiftung hat, macht sich sein Zwillingsbruder Vincenzo (ebenfalls gespielt von Fahri Yardim) auf den Weg nach Hollerbach. Dieser ist exakt das Gegenteil von Paolo: Ein Lebemann, der statt Interesse an der Bibel nur Augen für schöne Frauen hat. Dennoch muss er für seinen Bruder die Stellung halten, bis der ihn ablösen kann. Denn der Auftrag in Hollerbach ist Paolos letzte Chance, wie ihm vom Vatikan unmissverständlich mitgeteilt wurde. Schlecht nur, dass Pater Paolo ein richtiger Tollpatsch ist, der das Unglück magisch anzieht und fortan vergeblich versucht, nach Hollerbach nachzureisen.

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Zwei Wunder für den Reibach in Hollerbach

Zur Beerdigung ihrer Mutter kommt auch Emilies Schwester Evi (Lisa Maria Potthoff) zurück nach Hause. Sie hatte das Dorf vor Jahren verlassen und liegt nach einem kleinen Ausflug in die Erotikbranche im Clinch mit der Familie. Umso größer ist dafür die Begeisterung für Evi bei Georgs Kumpeln. Auch Vincenzo kann sich einer gewissen Faszination nicht entziehen, was ihn in seiner neuen Rolle als Pater vor eine weitere Herausforderung stellt.

Für die Hollerbacher Freunde müssen jetzt „nur noch“ zwei Wunder her, um den Vatikan zu überzeugen. Nachdem eine „blutende“ Marienstatue eher als „Kindergartenwunder“ enttäuscht, müssen Georg und seine Mitstreiter etwas Spektakuläreres auffahren. So wird Pater Vincenzo zuerst Zeuge von Daisys plötzlichem Verschwinden, woraufhin sie kurz darauf übers Wasser davon schippernd wieder erscheint. Nach dem vermeintlich grandiosen Erfolg des ersten Wunders wollen die Freunde für das zweite Wunder noch einen drauflegen: Der als Räuber getarnte Georg soll einen Supermarkt überfallen, dann mit Platzpatronen den Polizisten Hartl erschießen. Der soll dann, nach einem Stoßgebet an die Heilige Daisy, wundersamerweise wieder unversehrt und quicklebendig auferstehen. Dass dieser Plan nur schieflaufen kann, ist vorprogrammiert. Und tatsächlich, der Dorfplatz versinkt im heillosen Chaos.

Georg muss bald feststellen, dass es keine gute Idee war, sich mit dem lieben Gott anzulegen. Denn seine Frau Emilie ist nachvollziehbar wenig begeistert, als sie ihre eigene Mutter in der Gefriertruhe findet. Schließlich kommt sogar der Papst nach Hollerbach – er will sich sein eigenes Bild vom wundersamen Wirken der Heiligen Daisy machen und irgend etwas scheint ihn mit diesem ehemaligen Skiörtchen zu verbinden.

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