Lebensmittelwarnung.de ist online: Verbraucher-Portal für mehr Lebensmittelsicherheit

Salmonellen, Schimmelpilze, Glasstückchen. Immer wieder finden gesundheitsschädliche Lebensmittel den Weg in die Kühlschränke der Verbraucher. Öffentlich wirksame Warnungen sind dagegen bisher eher selten oder nur regional wahrnehmbar. Das soll sich nun ändern. Im Internet startet das Verbraucherschutz-Ministerium heute das Portal lebensmittelwarnung.de, in dem alle Warnungen staatlicher Stellen einsehbar sind.

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Lebensmittelwarnung über das Internet

Jeder Verbraucher soll sich künftig schnell, einfach und kostenlos über Lebensmittel-Warnungen von Behörden und Herstellern informieren können. Verbraucherministerin Ilse Aigner stellte heute in Berlin das neue staatliche Verbraucher-Portal lebensmittelwarnung.de vor. Die Verbraucher haben ein Recht auf sichere Lebensmittel, so die Ministerin. Das Internetportal ist ein Projekt der Bundesländer, damit künftige Lebensmittelwarnungen zentral und schnell an die Öffentlichkeit gelangen. Lebensmittelskandale wie die EHEC-Verseuchung von Gemüse im Frühjahr oder die Dioxin-verseuchten Eier, sollen so künftig schneller eingedämmt werden. Die Länder setzen dabei auf den mündigen Verbraucher, der sich selbst informiert und natürlich die Medien, die über das Portal jederzeit Einsicht zu allen bundesweit ausgesprochenen Warnungen haben. Auf der neuen Internetseite kann der Verbraucher den Namen des Produkts, den Hersteller, sowie den Grund der Warnung ersehen. Außerdem gibt es Fotos der betreffenden Produkte oder Chargen und Stellungnahmen des Herstellers. Auf der Seite kann man sich auch für Info-Dienste wie Twitter oder einen E-Mail-Newsletter eintragen lassen.

Kritik von Foodwatch

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hält das neue Online-Portal der Bundesländer für „Augenwischerei“. Eine Suchfunktion mit der die Verbraucher eigenständig nach bestimmten Produkten suchen könnten, fehle. Außerdem gebe es nach wie vor keine einheitliche Regelung, wann vor einem Lebensmittel gewarnt werde und wann nicht. „Es ist absurd, dass weiterhin manche Bundesländer vor Produkten warnen, während andere Länder dieselben Informationen für sich behalten“, so Foodwatch in seiner Stellungnahme. Hinzu komme, dass nicht mal die als gesundheitsgefährdend eingestuften Produkte des Europäischen Schnellwarnsystems auf der Seite zu finden seien. Foodwatch fordert daher eine Gesetzesnovelle des Paragrafen 40 des Lebens- und Futtermittelgesetzbuchs, um den Ermessenspielraum der einzelnen Länder einzuschränken, beziehungsweise zu vereinheitlichen.

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Reges Interesse aber keine Schnellschüsse

Das neue Portal erfreut sich großer Beliebtheit. Bereits über 20 Millionen Zugriffe registrierte der Betreiber der Seite, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Der Präsident des BVL, Helmut Tschiersky-Schöneburg, sprach von einem Qualitätssprung in punkto Transparenz. Die Verantwortung liege aber weiter bei den Unternehmen, die Warnungen so früh wie möglich herauszugeben. Kriterien für eine Veröffentlichung sind, dass das Produkt gesundheitsgefährdend ist und sich bereits im Handel befindet oder sogar schon beim Verbraucher ist. Durchschnittlich gab es -alle Bundesländer zusammengefasst- in letzter Zeit bis zu fünf Warnungen pro Monat. Diese wurden auch nur im jeweiligen Bundesland veröffentlicht, künftig dann bundesweit. Schnellschüsse wird es auch weiterhin nicht geben. Die Anzahl der Verdachtswarnungen ist nämlich ungleich höher. Bis zehn Warnungen pro Tag geben die Bundesländer heraus. Da diese aber noch nicht umfassend geprüft sind, sei aber keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung auszumachen, so dass diese Warnungen nicht auf lebensmittelwarnung.de zu finden sein werden.

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