Mindesthaltbarkeitsdatum bleibt – trotz Verschwendung von Lebensmitteln

Das Mindesthaltbarkeitsdatum für Lebensmittel bleibt. Verbraucher-Ministerin Ilse Aigner plant weder die Abschaffung noch eine Änderung – das erklärte zumindest ihr Sprecher Holger Eichele am Dienstag in Berlin. Das Mindesthaltbarkeitsdatum war unlängst in die Kritik geraten, weil in Deutschland bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll landen.

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Lebensmittelverschwendung wegen Mindesthaltbarkeitsdatum

Der Ernährungsausschuss des Bundestages wird sich morgen mit dem Thema Mindesthaltbarkeitsdatum und Lebensmittelverschwendung befassen. Sollte der Ausschuss die Ursache für das häufige Wegwerfen von Lebensmitteln im Mindesthaltbarkeitsdatum sehen, könne eine Umbenennung die Verschwendung verringern, sagte der Vorsitzende des Ernährungsausschusses, Hans-Michael Goldmann heute gegenüber der Saarbrücker Zeitung. Er verwies dabei auf entsprechende Erfahrungen aus Großbritannien. Dort wird die Bezeichnung „best before …“ verwendet. Diese sagt aus, dass ein Lebensmittel am besten vor einem bestimmten Datum zu verzehren ist. Es bedeutet aber nicht, dass man es ab diesem Datum nicht mehr verzehren kann.

Großer Aufklärungsbedarf

Die Wortwahl ist hier bedeutend, nicht der Standard an sich. Der Sprecher von Bundesverbraucherministerin Aigner erklärte, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum eine große verbraucherpolitische Errungenschaft sei, da es über die Frische eines Produkts informiere. Das Verbraucherministerium sehe jedoch Aufklärungsbedarf bei den Herstellern, beim Handel und bei den Verbrauchern zum richtigen Umgang mit diesem Datum, so Sprecher Eichele weiter. Das Mindesthaltbarkeitsdatum werde aber vom Verbraucher oft falsch verstanden, also dass ein Lebensmittel nicht mehr genießbar sei und daher weggeworfen werden muss.

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Mindesthaltbarkeitsdatum ist Gütegarantie

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es ist eher eine Gütegarantie. Bis zu diesem Datum ist das jeweilige Lebensmittel im besten Zustand. Vorausgesetzt der Verbraucher beachtet die vorgeschriebenen Lagerungshinweise, wie zum Beispiel Lagerort oder Temperatur. Die meisten Lebensmittel sind auch noch Tage, teilweise Wochen, nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch für den Verzehr geeignet. Lediglich für leicht verderbliche Lebensmittel, wie unbehandelte Milchprodukte oder Hackfleisch sollte man nach Ablauf des aufgedruckten Datums nicht mehr verzehren Auf diesen Lebensmitteln ist aber auch kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern ein Verbrauchsdatum aufgedruckt.

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2 Kommentare

  1. Absoluter Unsinn dieses Mindesthaltbarkeitsdatum! Das sollte dringend abgeschafft werden!!! Aber unsere Regierung hängt am Tropf der Nahrungsmittelindustrie und die verdient natürlich kräftig daran, dass soviel unnötig weggeschmissen wird bloß weil der Begriff missverständlich ist.

  2. Ich wäre für ein Verfallsdatum für alle Lebensmittel. Dann weiß man immer, wann man was wegschmeißen muss.

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