Olivenöl-Test

Olivenöl-Test: Teuer ist nicht immer gut

Die mediterrane Küche gehört in Deutschland mittlerweile zum Standard. Ebenso das Olivenöl. Die Deutschen achten hierbei vor allem auf Qualität: Am meisten verwendet wird hierzulande die höchste Güteklasse „nativ extra“. Wie hochwertig die mit diesem Prädikat versehenen Öle im deutschen Handel wirklich sind, das wollte das ZDF-Verbrauchermagazin „Wiso“ genauer wissen und testete 14 verschiedene Olivenöle mit äußerst ernüchterndem Ergebnis.

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Schlechtes Ergebnis im ZDF-Test: Nur zwei Olivenöle sind gut

Nur ein Olivenöl der ersten Güteklasse darf sich „nativ extra“ beziehungsweise „extra vergine“ nennen. Das heißt: Es darf im Geruch und Geschmack keine Fehler haben und muss eine gewisse Fruchtigkeit aufweisen. Darüber hinaus gibt es von der EU festgelegte chemische Grenzwerte. Natives Olivenöl extra darf überdies ausschließlich durch Pressung oder Zentrifugation ohne übermäßige Erwärmung gewonnen werden. Ein hoher Aufwand und diesen muss der Verbraucher an der Supermarktkasse auch bezahlen. Daher sollte in der Flasche auch das drin sein, was draufsteht und was bezahlt wurde. Im ZDF-Test stellte sich jedoch heraus, dass dies nicht immer der Fall ist.

Im Test wurden insgesamt 14 verschiedene „nativ extra“ Olivenöle überprüft. Darunter befanden sich günstige Olivenöle aus dem Discounter, mittelpreisige Markenprodukte aus dem Supermarkt, sowie hochpreisige Öle aus dem Feinkostladen. Von „bio“ bis „konventionell“, in der Preisklasse von 3,45 Euro bis 19,98 Euro pro Liter. Das Ergebnis: Lediglich elf der 14 getesteten Öle tragen das Prädikat „nativ extra“ auch zu Recht. Und nur zwei davon, das „Edeka Italia Natives Olivenöl extra“ und das „Mamma Gina Natives Olivenöl Extra D.O.P. Terra di Bari“ von Netto, schneiden im Test mit „gut“ ab.

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Teures Olivenöl fällt im Test komplett durch

Ein Olivenöl fällt im ZDF-Test komplett durch: Das „Le Terrazze del Ponte“ von Crespi. Erstaunlich hierbei, mit 13,32 Euro pro Liter ist es eines der teuersten Öle im Test. „Es ist aufgrund der fehlerhaften Sensorik nicht verkehrsfähig“, so der ZDF-Test, damit wäre ein Öl im Handel, dass die Güteklasse „lampante“ verdient und dann nicht mehr als Speiseöl verkauft werden dürfte.

Auch ein absoluter Bestseller unter den Markenprodukten  auf dem deutschen Markt schnitt schlecht ab: Das „Bertolli Originale Extra Vergine“ sei laut Test nicht mehr der höchsten Qualitätsklasse zuzuordnen, sondern lediglich als „nativ“ zu bezeichnen, so die Tester. Das selbe gilt laut Test für das „Penny natives Olivenöl extra“.

Mit „nativ extra“, aber qualitativ nur „ausreichend“ benoten die Tester hingegen das Olivenöl „Basso Natives Olivenöl Extra“, das „Primadonna Natives Olivenöl Extra“ von Lidl und das „ja! Natives Olivenöl Extra“ von Rewe. Wenig schmeichelhaft auch hier das Ergebnis, aber immerhin entsprechen die Öle laut der Tester der aufgedruckten Qualitätsstufe.

Olivenöl-Test bestätigt: Universität Lissabon prüfte Ergebnisse

Der Olivenöl-Test des ZDF wurde vom Deutschen Olivenöl Panel unter der Leitung von Dieter Oberg durchgeführt. Das Panel besteht aus acht bis zwölf Mitgliedern, die darauf geschult sind, die positiven Attribute eines Olivenöls herauszuschmecken, sowie sensorische Mängel zu erkennen. Dies geschieht in einer Verkostung der Öle auf Grundlage der EU-Verordnung 2568/91. Die Verkostung fand „blind“ statt, das heißt, die Tester erhielten die Proben in neutralen Gefäßen, eine Zuordnung zur Marke war somit durch die Testpersonen nicht möglich.

Eine zweite, unabhängige Bewertung holte sich das ZDF vom Panel des „Instituto Superior de Agronomia“ der Universität Lissabon ein. Dieses hat die deutschen Ergebnisse bestätigt. Die ausführlichen Test-Ergebnisse gibt es heute Abend ab 19.25 Uhr in der ZDF-Sendung „Wiso“ zu sehen. Weitere Tests gibt es auf testnachrichten.de.

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Ein Kommentar

  1. Aber Lecker ist es schon und wer kann sich denn heute noch Sicher darüber sein, dass das was er kauft auch das ist, was er haben will. In vielen Vegetarischen Produkten, auch Säften werden Tierprodukte beigemischt, wie Gelatine.
    Dann doch wieder zurück zum guten alten selbstanbau

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