Supermarkt Preise

Preiserhöhungen im Supermarkt: Verbraucher-Schützer entlarven die 10 häufigsten Preis-Tricks

Schnäppchen-Alarm in deutschen Supermärkten: Die Werbung im Radio oder in den Tageszeitungen verspricht ständig neue Sonderangebote und Tiefstpreise. Doch die Realität sieht laut Verbraucherschützern anders aus: Die Lebensmittelpreise in Deutschland steigen – allerdings ohne, dass sie sofort von den Verbrauchern wahrgenommen werden. Die Verbraucher-Zentrale Hamburg sagt, dass die Hersteller gerne Tricks benutzen, um Preiserhöhungen zu verschleiern und hat die Top 10 der häufigsten Preiserhöhungs-Tricks aufgestellt.

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1. Weniger Inhalt zum gleichen Preis

Die Packungsgröße erscheint gleich groß und auch der Preis ist seit langem gleich – dennoch schrumpft der Inhalt. Laut Verbraucherzentrale Hamburg ist die Anzahl der Pampers-Windeln aus dem Hause Procter & Gamble in den vergangenen sechs Jahren konitnuierlich von 47 auf 37 Stück pro Packung gesunken. Die Verbraucherschützer darin einen Trick, den Windel-Preis zu erhöhen, ohne dass es dem Verbraucher auf Anhieb auffällt.

2. Mehr Inhalt für noch mehr Geld

Wenn im Spülmittel jetzt 600 ml statt bisher 500 ml drin sind, denken Verbraucher schnell, dass es sich bei der größeren Füllmenge um eine Schnäppchen-Aktion handelt. Das ist jedoch im Fall von Ultra Palmolive aus dem Hause Colgate-Palmolive ein Trugschluss, sagt die Verbraucherzentrale Hamburg. Mit der höheren Füllmenge sei nämlich auch der Preis gestiegen: und zwar von 85 Cent auf 1,65 Euro. Dies entspricht einer Preiserhöhung von 62 Prozent, so die Verbraucherschützer.

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3. Preissenkung durch weniger Inhalt

Ein weiterer beliebter Trick, die Verbraucher in die Irre zu führen, ist der Slogan „Jetzt noch günstiger!“. Was der Kunde aber nicht auf den ersten Blick erfährt: Der Inhalt des Produkts verringert sich im Zuge des angeblichen Preisnachlasses ebenfalls, sodass unterm Strich der Preis sogar steigt. Als Beispiel führt die Verbraucherzentrale die Kuchenglasur Bourbon-Vanille von Rewe an: Der Preis sank von 1,25 Euro auf 1,09 Euro. Gleichzeitig schrumpfte der Inhalt aber auch deutlich von 200 Gramm auf 150 Gramm. Die angebliche Preissenkung wäre somit in Wahrheit ein Preisaufschlag von immerhin 16 Prozent.

[sam id=“13″ codes=“true“]4. Im Marken-Supermarkt weniger Inhalt als beim Discounter

Auf den ersten Blick scheint es, dass die Gummibärchen im Supermarkt um die Ecke das Gleiche kosten wie im Discounter. Aber auch das ist ein beliebter Trick, sagen die Verbraucherschützer: Denn Haribo-Goldbären werden im Einzelhandel sowohl in 200-Gramm-Tüten als auch in 300-Gramm-Tüten zum gleichen Preis angeboten. Auch wenn der Preis von 89 Cent pro Tüte zunächst gleich erscheint, handelt es sich um einen Preisunterschied von 50 Prozent!

5. Der Trick mit dem Vorteilspack

Sogenannte Vorteilspacks werden oftmals verwendet, um etwa Schokoriegel als besonders günstig anzubieten. Was auf den ersten Blick nicht auffällt: Im Vergleich zum Einzelkauf sind die Produkte im angeblichen Vorteilspack etwas kleiner. So beispielsweise beim Schokoriegel Twix von Mars: Wer einen Twix-Riegel einzeln kauft, bekommt einen 58-Gramm-Riegel. Im Fünferpack ist ein Riegel aber nur 50 Gramm schwer, sagt die Verbraucherzentrale Hamburg. Der angebliche Preisvorteil reduziert sich dadurch deutlich.

6. Teure Portionsbeutel

Vorportionierte Produkte in in Portions-Beuteln erscheinen praktisch, haben aber insgesamt eine geringere Füllmenge. Und das oft zum gleichen Preis wie das Ausgangsprodukt. Aldi Nord bietet beispielsweise den Fertigcappuccino Cappuccino classico Pulver nicht mehr in einer Dose an, sondern in einer Pappschachtel mit Einzelportionen. Auf diese Weise erhöht sich der Preis für das Produkt laut Verbraucherzentrale um 31,4 Prozent.

7. Gleiche Stückzahl, aber trotzdem weniger Inhalt

Wenn ein Produkt auf der Verpackung mit der Stückzahl des Inhalts statt des Gewichts beworben wird, sollte man als Kunde genauer hinschauen. Bel Deutschland verkauft seinen Leerdamer Käse schon lange in Packungen à 14 Scheiben. Was der Verbraucher nicht sofort merkt: Im Vergleich zu früher ist der Inhalt dennoch weniger geworden, denn die 14 Scheiben Leerdamer wiegen heute nur noch 280 Gramm, früher waren es 350 Gramm, so die Verbraucherschützer.

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8. Mehr Pannade, weniger Fisch

Fisch ist für die Produzenten von Fertigfischgerichten wesentlich teurer als die Pannade drumherum. Wird also der Fischanteil im Verhältnis zur Pannade gesenkt, sinkt nach Ansicht von Verbraucherschützern die Qualität des Produkts. Das hat die Verbraucherzentrale Hamburg beispielsweise beim Schlemmer-Filet à la Bordelaise von Iglo festgestellt. Der Fischanteil sei auf diese Weise von 70 auf 52 Prozent gesunken, was einer Preiserhöhung von 34,6 Prozent entspräche.

9. Höhere Dosierempfehlung, höherer Verbrauch

Wenn ein Hersteller die Dosiervorgaben für ein Produkt erhöht, führt das dazu, dass das Produkt schneller aufgebraucht wird. So vergrößerte laut Verbraucherzentrale der Hersteller Henkel beim Geschirrspülmittel Pril Kraft-Gel die Ausgusstülle und erhöhte die Dosierempfehlung von 2 auf 3 Milliliter pro fünf Liter Wasser.

10. Der Alles-Neu-Trick

Ändert ein Hersteller die Verpackung eines Produkts, kann das auch ein Zeichen für versteckte Preistricksereien sein. Zuweilen wird nämlich im gleichen Zuge die Füllmenge reduziert und der Preis erhöht. Das haben die Verbraucherschützer zumindest bei der Beba Säuglingsnahrung 1 von Nestlé beobachtet. Das Produkt gibt es nicht mehr im Pappkarton, sondern in einer Metalldose. Gleichzeitig wurde der Preis um knapp 30 Prozent erhöht.

Freigabe der Packungsgrößen begünstigt Preistricks

Während früher eine Tafel Schokolade in Deutschland immer 100 Gramm wiegen musste, kann Schokolade seit 2009 in allen möglichen Größen verkauft werden. Das gilt seitdem für fast alle Lebensmittel. Damals argumentierte die Nahrungsmittelindustrie, dass sie durch den Wegfall der Packungsgrößen-Vorschriften besser auf die Bedürfnisse von Senioren, Singles oder Großfamilien eingehen könne. Verbraucherschützer suchen diese angekündigten Produkte vergebens. Stattdessen würden die neuen Packungsgrößen genutzt, um die Gewinne der Hersteller zu steigern. Eine aktuelle Studie des DIN-Verbraucherrats stützt die Erkenntnisse der Verbraucherzentrale Hamburg. Am häufigsten werde bei den vier Konzernen Procter & Gamble, Mars, Henkel und Nestlé getrickst.

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