Verbraucherstudie-VZBV

Die Tricks der Lebensmittelindustrie

Was auf Verpackungen von Lebensmitteln steht, sollte man nicht immer glauben. Und 75 Prozent der Verbraucher tun das auch nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Verbraucher-Studie, die Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) initiiert worden ist. Und die Verbraucher misstrauen den Lebensmittelkonzernen oft zu Recht: Denn bei vielen Nahrungsmitteln ist das Marketing irreführend.

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Die Tricks mit den Geschmacksverstärkern

Seitdem der Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat umstritten ist, werben gerade Hersteller von Fertigsuppen oder –Saucen mit Hinweisen wie „Ohne Geschmacksverstärker“ oder „Ohne Glutamat“. Doch dieser Aufdruck bedeutet längst nicht, dass das Produkt tatsächlich frei von Glutamat ist. Denn Glutamat kommt natürlicherweise in Pilzen, reifen Tomaten oder auch in Käse vor. So gilt es als beliebter Trick der Nahrungsmittelindustrie, statt synthetisch hergestelltem Mononatriumglutamat einfach Hefeextrakt oder Tomatenpulver zu benutzen. Diese Zusätze sehen auf der Zutatenliste viel natürlicher aus als der Geschmacksverstärker E 621. Chemisch gesehen ist das Glutamat in diesen Zutaten aber identisch, so SPIEGEL online.

Die Tricks mit den Farbstoffen

Bereits in den 80er Jahren waren Farbstoffe in Nahrungsmitteln verpönt. Und seitdem haben sich Angaben auf Lebensmitteln wie „ohne Farbstoffe“ oder „ohne künstliche Farbstoffe“ etabliert. Dennoch stecken in einigen Lebensmitteln Zutaten, die zwar offiziell keine Farbstoffe sind, aber die Farbe des Produkts verändern. Der Erdbeer-Joghurt beispielsweise hat seine rote Farbe meist nicht durch den hohen Erdbeeranteil im Joghurt sondern wird durch Rote-Beete-Saft erreicht.

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Noch unverschämter sind einige Hersteller, die behaupten, ihre Produkte seien „ohne künstliche Farbstoffe“. Als „künstliche Farbstoffe“ sieht die Lebensmittelindustrie aber nur Farbstoffe, die in der Natur nicht vorkommen. Rote Lebensmittelfarbe aus dem Chemielabor beispielsweise wird aber so behandelt, als wäre sie natürlich – allerdings nur, solange keine Azofarbstoffe enthalten sind.

Die Tricks mit den Aromastoffen

Mit der EU-Aromen-Verordnung 2011 sollte die Verbraucher-Verwirrung durch „naturidentische“ und „natürliche“ Aromastoffe beendet werden. Seitdem gibt es nur noch „Aromastoffe“ und „natürliche Aromastoffe“. Doch beide Arten von Aromastoffen können aus dem Labor sein. Denn laut EU-Verordnung kann ein natürliches Aroma mittels physikalischer, enzymatischer oder mikrobiologischer Verfahren aus Ausgangsstoffen pflanzlicher oder tierischer Herkunft gewonnen werden und mit in der Natur vorkommenden Aromastoffen chemisch identisch sind.

Solange der Ursprungs-Stoff in der Natur vorkommt, gilt das daraus gewonnene Aroma nicht als künstlich. So kann weiterhin Himbeeraroma aus Zedernholz und Vanille-Aroma aus Sägespänen benutzt werden und gleichzeitig als „ohne künstliche Aromen“ bezeichnet werden. Das ist zwar legal, aber für mehr Vertrauen bei den Verbrauchern sorgen solche Schlupflöcher freilich nicht.

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