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Neue Kontonummern im Anmarsch: Was ändert sich für Verbraucher?

Die Deutschen werden sich in Zukunft an längere Kontonummern gewöhnen müssen. Grund dafür ist die Umsetzung des Sepa-Verfahrens (Single Euro Payments Area), das zu einer Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs im Euroraum führen soll. Der entsprechende Beschluss wurde jetzt von der EU-Kommission mit großer Mehrheit verabschiedet. Wir erläutern Ihnen, welche Änderungen dies letztendlich für den deutschen Bankkunden mit sich bringen wird.

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EU-Kontonummern werden länger

Bisher wird das Sepa-Verfahren bei Inlandsüberweisungen noch nicht angewendet. Es kommen bei Inlandsüberweisungen immer noch die altgedienten Kontonummern zum Einsatz. Diese bestehen jeweils aus zehn Ziffern. Zusätzlich zur Kontonummer ist bei Inlandsüberweisungen auch immer die 8-stellige Bankleitzahl anzugeben.

Anders als bei den Inlandsüberweisungen kommt bei grenzüberschreitenden Transaktionen im Euroraum bereits heute das Sepa-Verfahren zur Anwendung. Anstelle der 10-stelligen Kontonummer muss der Bankkunde eine 22-stellige internationale Kontonummer, die als IBAN (International Bank Account Number) bezeichnet wird, angeben. Dazu kommt die internationale Bankleitzahl BIC (Bank Identifier Code), die aus elf Buchstaben und Zahlen besteht. Alternativ wird die internationale Bankleitzahl BIC auch oftmals als Swift Code bezeichnet.

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Die geplanten Änderungen

Der Beschluss der EU-Kommission sieht vor, dass zum 1. Februar 2014 die nationalen Zahlensysteme gänzlich verschwinden sollen und europaweit durch das EU-Zahlungssystem Sepa ersetzt werden. Das bedeutet, dass dann auch bei Inlandsüberweisungen die bisherige 10-stellige Kontonummer durch die 22-stellige IBAN ersetzt wird. Bei Inlandstransaktionen ist die internationale Bankleitzahl BIC ab 2014 schon nicht mehr erforderlich. Für grenzüberschreitende Transaktionen soll die internationale Bankleitzahl BIC dagegen erst ab 2016 entfallen.

Nach dem derzeitigen Stand der Dinge soll es aber eine zweijährige Übergangsfrist geben, um den Verbrauchern den Übergang zu erleichtern. In diesem Zeitraum können die deutschen Bankkunden bei Inlandstransaktionen auch weiterhin noch ihre alten Kontonummern nutzen. Die Sparkassen haben bereits angekündigt, den Übergangszeitraum voll ausnutzen zu wollen, so dass Sparkassenkunden auf jeden Fall bis zum Jahr 2016 ihre altgedienten Zahlenkombinationen verwenden können und diese dann von den Sparkassen umgerechnet werden. Die Bankkarte muss übrigens nicht ausgetauscht werden, sondern behält bis zum Ablauf des aufgedruckten Datums weiterhin ihre Gültigkeit.

Aufbau der neuen Kontonummern

Die neue Kontonummer IBAN besteht in Deutschland aus zwei Buchstaben und 20 Ziffern. Doch keine Sorge, dies klingt wesentlich komplizierter, als es tatsächlich ist. Denn die neue Nummer setzt sich größtenteils aus der bisherigen Kontonummer und der bisherigen Bankleitzahl zusammen. Lediglich zwei neue Prüfziffern muss sich der Bankkunde zusätzlich merken. Die IBAN für deutsche Bankkunden beginnt grundsätzlich mit der Länderkennung DE. Dahinter folgen dann die zwei Prüfziffern. Daran schließen die alte Bankleitzahl und die alte 10-stellige Kontonummer an.

Beispiel:

Ein Bankkunde unterhält ein Girokonto bei der Sparkasse Köln/Bonn mit folgenden Bankdaten:

Kontonummer: 0001234567

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Bankleitzahl: 37050198

Dann würde die neue 22-stelligeKontonummer in diesem Fall folgendermaßen aussehen:

DE15370501980001234567

Wer schon einmal einen Blick auf seine zukünftige IBAN werfen will, findet diese ebenso wie die internationale Bankleitzahl BIC auf jedem Kontoauszug. Übrigens müssen sich die Bankkunden in anderen europäischen Mitgliedstaaten teilweise mit noch wesentlich längeren IBAN Nummern herumschlagen. So hat beispielsweise bei unseren Nachbarn aus Frankreich die IBAN 27 Stellen. Die Ungarn müssen sich sogar 28 Buchstaben und Ziffern merken.

Was tun bei falsch eingetragener Kontonummer?

Verbraucherschützer haben vor allem die Befürchtung, dass es durch die 22-stelligen Kontonummern in Zukunft häufiger zu Zahlendrehern bei Überweisungen kommen könnte. Wenn Ihnen dies tatsächlich einmal passieren sollte, müssen Sie zunächst ihre Hausbank informieren und um eine Rückbuchung bitten. Diese setzt sich dann wiederum mit der Empfängerbank in Verbindung. Allerdings weisen Verbraucherschützer darauf hin, dass dies auf eigenes Risiko und Kosten des Bankkunden geschieht. Denn nicht die Bank sondern der Bankkunde muss im Zweifelsfall für den Zahlendreher bei der Überweisung haften.

Vorteile für den Verbraucher

Die Einführung des EU-Zahlungssystems Sepa bringt natürlich auch einige Vorteile für den Verbraucher mit sich. So genügt den Bankkunden ein einziges Bankkonto für alle ein- und ausgehenden Eurozahlungen in SEPA-Ländern. Zu den Sepa-Ländern gehören neben den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union übrigens auch Liechtenstein, Monaco, Norwegen Island und die Schweiz.

Grenzüberschreitende Transaktionen werden durch das EU-Zahlungssytem Sepa nicht nur einfacher und sicherer, sondern auch schneller. Grenzüberschreitende Überweisungen von einem EU-Staat in einen anderen können dank des Sepa-Verfahrens innerhalb eines Geschäftstages abgewickelt werden. Außerdem ist mit der Einführung des EU-Zahlungssytem Sepa gleichzeitig auch eine Kostenersparnis verbunden. So sollen nach aktuellen Schätzungen der EU-Kommission die jährlichen Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich liegen.

Elektronische Lastschriftverfahren bleiben erhalten

Außerdem gibt es noch eine gute Nachricht für alle deutschen Verbraucher. Deutschland konnte bei den Verhandlungen durchsetzen, dass das in Deutschland weit verbreitete elektronische Lastschriftverfahren erhalten bleibt. Für den Verbraucher bedeutet dies, dass auch bestehende Daueraufträge nach 2014 weiterhin gültig bleiben und automatisch umgestellt werden. Die deutschen Verbraucher müssen also nicht befürchten, sämtliche Einzugsermächtigungen für Miete, Zeitungsabos oder Versicherungen erneuern zu müssen. Außerdem haben die Bankkunden in Zukunft auch weiterhin ein bedingungsloses Widerrufsrecht gegen Abbuchungen vom eigenen Girokonto.

Fazit

Ab 2014 kommen die neuen 22stelligen Kontonummern auch bei Inlandsüberweisungen zum Einsatz. Aber so problematisch wie von vielen Seiten befürchtet, wird die Einführung der neuen 22-stelligen Kontonummern vermutlich nicht werden. Denn die neuen Kontonummern bestehen größtenteils aus den bereits bekannten Bankdaten. Außerdem darf man nicht vergessen, dass gerade bei grenzüberschreitenden Transaktionen das EU-Zahlungssytem Sepa auch viele Vorteile mit sich bringt. So werden grenzüberschreitendeTransaktionen durch die europaweite Vereinheitlichung des Zahlungssystems nicht nur schneller sondern auch kostengünstiger. Positiv zu bewerten ist zudem, dass das in Deutschland weit verbreitete elektronische Lastschriftverfahren auch weiterhin erhalten bleibt.

Autor: Die Informationen wurden Ihnen von der Seite www.girokonto-anbieter.de präsentiert. Bei weiteren Fragen zum Thema können Sie sich gerne an die Redaktion von Girokonto-Anbieter.de wenden.

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