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Migräne: Medikamente und alternative Therapien

Migräne ist die Hölle, das können alle Betroffenen bestätigen. Stechende, langanhaltende Kopfschmerzen, Übelkeit, eine hohe Licht- und Geräuschempfindlichkeit – das sind die klassischen Symptome einer Migräneattacke. Etwa 10 Prozent der Deutschen leiden unter Migräne, auch Kinder und Jugendliche sind betroffen. In der Regel helfen starke Schmerzmittel die schlimmsten Schmerzen zu unterdrücken, aber heilbar ist Migräne nicht. Auch alternative Therapien, Entspannungsübungen und sogar Sex können helfen, die Symptome der Krankheit zu lindern.

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Migräne mit Aura

Zunächst einmal: Migräne ist nicht nur Kopfschmerz, es ist ein schwere Krankheit, die nicht heilbar, aber behandelbar ist. Migräne gibt es in unterschiedlicher Ausprägung. Die bekannteste und am leichtesten zu identifizierende Form ist die Migräne mit einer sogenannten „Aura“. Eine Aura äußert sich durch ein Flimmern oder Blitzen vor den Augen, das sich bis hin zum vorübergehenden Sehverlust ausdehnt. Das Flimmern ist nicht mit den kleinen Sehausfällen bei Kreislaufbeschwerden zu verwechseln und nimmt im Laufe der Attacke zu. Auch Schwindel tritt im Zusammenhang mit der Aura häufig auf.

Man verliert zum Teil das räumliche Sehen und auch das konkrete Sehen ist stark eingeschränkt. So gelingt es Migränepatienten mit Aura in der Regel nicht mehr, bestimmte Punkte zu fixieren oder etwa Schrift zu lesen, da dort dann blinde Flecken entstehen. Eine Aura kann unterschiedlich lange andauern. In der Regel geht sie nach einer Stunde vorüber und wird unmittelbar von einem heftigen Kopfschmerz -der eigentlichen Migräneattacke- abgelöst, die dann wiederum mehrere Stunden andauern kann und deren Nachwehen oft noch viele Tage danach schmerzhaft sind.

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Migräne ohne Aura

Die wiederum häufigste Form der Migräne ist allerdings die Migräne ohne Aura. Etwa 85 Prozent aller Migränepatienten leiden darunter. Sie ist schwerer von anderen Kopfschmerzarten zu unterscheiden. Eine Migräne ohne Aura geht mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken von Statten, die in der Regel in den Morgenstunden beginnen und bis zu 72 Stunden anhalten. Die Schmerzen sind meist einseitig. Die einzelnen Attacken des Migräneanfalls sind von mittlerer bis hoher Stärke. Der Schmerz pulsiert, bzw. pocht. Häufig verändert sich der Ort des Schmerzempfindens und der Schmerz wandert. Er migriert sozusagen, daher kommt auch der Name der Krankheit „Migräne“.

Bei knapp einem Drittel der Migränepatienten verteilen sich die Schmerzen sogar über den komplettem Kopf. Da die Schmerzem häufig im Nacken beginnen, vermuten viele Patienten und auch Ärzte fälschlicherweise, dass die Schmerzen von der Halswirbelsäule ausgehen. Das ist nicht der Fall.

Migräne ohne Aura kündigt sich bei vielen Migränepatienten auch über Schmerzen am Trigeminus-Nerv an. Dieser verläuft an den Schläfen. Spürt man dort einen Druckschmerz oder bereits ohne zu drücken leichte Schmerzen, dann ist eine Migräneattacke meist nicht mehr fern.

Trigger – die Auslöser der Migräneattacke

Bei Migräne gibt es häufig Auslöser, sogenannte Trigger. Diese sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Am besten findet man heraus, was bei einem Migräne auslöst, in dem man ein Migränetagebuch schreibt. Dort sollte man notieren, was man gegessen, getrunken und getan hat im Vorfeld der Migräneattacke.

Typische und wissenschaftlich nachgewiesene Migränetrigger sind Nahrungsmittel wie Rotwein, Schokolade, Zigaretten, Kaffee, Trockenobst, Zitrusfrüchte und Nüsse. Aber auch Stress, ein unregelmäßiger Tagesablauf, zuviel und zu wenig Schlaf können Attacken auslösen und verstärken. Bei etwa 5 Prozent der weiblichen Migränikern ist die Attacke auch vom Menstruationszyklus abhängig.

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Glutamat und Süßstoffe wurden lange Zeit auch verdächtigt Migräne-Trigger zu sein. In wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre, konnte das jedoch widerlegt werden.

Medikamente helfen gegen Migräne

Man muss es leider sagen: Wirklich helfen gegen den Migränekopfschmerz nur starke Schmerzmedikamente. Und hierbei auch längst nicht alle. Die üblichen Kopfschmerzmedikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen sind bei Migräneattacken bei Erwachsenen oftmals wirkungslos. Es helfen meist nur Migräne-Schmerzmittel aus der Gruppe der Triptane.

In Deutschland sind derzeit sieben Triptane zur Schmerztherapie bei Migräne und Cluster-Kopfschmerz im Einsatz: Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan, Zolmitriptan. Es gibt eine Vielzahl an Medikamenten, die meisten sind verschreibungspflichtig.

Triptane wirken bei einer Migräneattacke auf drei verschiedene Weisen. Zum einen führen sie zu einer Verengung der bei einem Migräneanfall erweiterten zerebralen Blutgefäße. Zusätzlich hemmen sie die Ausschüttung entzündlicher Peptide im Zentralnervensystem und verhindern somit die Entstehung der Schmerzverursacher. Und schließlich vermindern sie die Ausbreitung von Schmerzreizen über die Hirnrinde.

Alternative Therapien bei Migräne

Auch alternative Methoden um Migräneattacken zu vermindern und zu verhindern gibt es. Der Erfolg hängt hier vom jeweiligen Typ Mensch ab. So können Yoga und einfache Entspannungsübungen bereits helfen, Attacken zu entschärfen. Ebenso wirksam können Ausdauersportarten wie zum Beispiel Joggen sein.

Akupunktur, Akupressur und Homöopathie werden ebenfalls häufiger in der Migränetherapie eingesetzt. Einzelnen Patienten verschaffen diese Methoden eine Erleichterung. Wissenschaftlich belegen lässt sich deren Nutzen bisher aber nicht. Ebenso sieht es bei pflanzlichen Präperaten aus:  Tanacetum, zu deutsch Mutterkraut oder falsche Kamille steht zwar unter dem Verdacht zu helfen, belegbar ist das allerdings bislang nicht.

Als eindeutig unwirksam wurden bereits viele andere alternative Heilmethoden entlarvt. Dazu zählen zum Beispiel die Frischzellentherapie, die Ozontherapie, Reiz- und Magnetströme und Hypnose. Auch operative Eingriffe, die früher häufig bei Migräne durchgeführt wurden wie das Ziehen von Zähnen, die Entfernung von Amalgamfüllungen, das Entfernen der Gebärmutter oder der Mandeln haben sich in wissenschaftlichen Untersuchungen als wirkungslos herausgestellt.

Migräne und Sex

Landläufig herrscht das Vorurteil, dass Migräne-Patienten keine Lust auf Sex haben. Das mag auch auf die Zeit während der Migräneattacken zutreffen, jedoch nicht für davor und danach. Wie aktuelle Studien aus der Hirnforschung belegen, haben Migränepatienten ein deutlich stärkeres sexuelles Verlangen. Die Ursache hierfür soll der gleiche Botenstoff sein, der auch Auslöser für die Krankheit selbst ist, das Serotonin.

Amerikanische Wissenschaftler fanden diesen, für Außenstehende sicher verblüffende Zusammenhang heraus. Die Migränepatienten selbst sind sich ihrer höheren Libido durchaus bewusst. In einer im Zusammenhang mit der Studie durchgeführten Umfrage kam heraus, dass Menschen mit Migräne auch im persönlichen Selbstverständnis ein höheres sexuelles Verlangen haben.

Der Zusammenhang zwischen Migräne und sexuellem Verlangen ist vielschichtig. Das haben bereits diverse andere Studien gezeigt. Einige Patienten geben sexuelle Kontakte als Trigger, also Auslöser für Migräneattacken an. Für die Mehrheit ist Sex allerdings eher eine wirkungsvolle Therapieform. Häufige sexuelle Kontakte lösen bei vielen nämlich bewusste und unbewusste Verspannungen und senken so das Risiko für neue Migräneanfälle. In qualitativen Studien berichteten Migränepatienten, dass sie durch tägliche sexuelle Kontakte nahezu keine Migräneattacken mehr hatten.

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