Auslandskrankenversicherung: Das müssen Sie beachten

Die Sommerferien stehen vor der Tür und Millionen Deutsche zieht es dann wieder in den Süden, nach Spanien, Italien, in die Türkei. Doch wer krank wird, für den kann es ganz schnell teuer werden – vor allem, wenn eine Auslandskrankenversicherung fehlt. Denn Ärzte oder Krankenhäuser behandeln fast ausnahmslos gegen Bargeld. Aber nicht nur überhöhte Rechnungen, auch Schwierigkeiten mit der Verständigung und Ärztepfusch können zum Problem werden.

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Gesetzliche Auslands-Krankenversicherung übernimmt längst nicht alle Kosten

Gesetzlich Krankenversicherte bekommen von ihrer Versicherung die europäische Krankenversicherungskarte. Diese sollte in jedem Fall im Koffer sein, auch wenn sie nur eingeschränkt weiterhilft. Sie gilt nur in europäischen Ländern, die mit Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen haben. Im außereuropäischen Ausland gilt sie überhaupt nicht.

Hinzu kommt, dass die gesetzliche Krankenversicherung längst nicht alle Kosten übernimmt. Ein Krankenrücktransport bei einem Unfall zum Beispiel, ist generell ausgeschlossen. Auch privat Krankenversicherte sollte vor Reiseantritt mit ihrer Versicherung abklären, was im Krankheitsfall bezahlt wird und was nicht.

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Private Auslandskrankenversicherung als günstige Alternative

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In jedem Fall sollte eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Diese gibt’s von einer Vielzahl von Anbietern bereits ab 5 Euro Jahresbeitrag. Doch hier ist Vorsicht angesagt: Achten Sie darauf was genau versichert ist, bzw. was bezahlt wird. Folgendes sollte in jedem Fall abgedeckt sein:

  • Ambulante Behandlung bei niedergelassenen Ärzten
  • Aufenthalt und Behandlung im Krankenhaus
  • Vom Arzt verordnete Medikamente
  • Rücktransport ins Heimatland

Vorsicht beim Bezahlen: Nur so zahlt die Versicherung

Ebenfalls wichtig ist, wie im Krankheitsfall bezahlt werden muss. Bei den meisten Krankenversicherern muss man beim Arzt im Urlaubsland in Vorauskasse treten. Bei größeren Behandlungen oder einer Einlieferung ins Krankenhaus, sollte man telefonischen Kontakt zum Versicherer aufnehmen. Damit das Geld auch später von der Versicherung zurückrückerstattet wird müssen einige Dinge beachtet werden:

  • Die Diagnose, die Rechnung und eventuelle Atteste müssen vom Arzt schriftlich verfasst werden, möglichst in deutsch oder englisch, dann hat man die wenigsten Probleme wenn man sie bei seiner Versicherung einreicht.
  • Haben Sie die Notfallnummer der Versicherung parat. Bei Fragen oder Unklarheiten besser anrufen – auch vom Arzt aus, falls es dort Probleme gibt. Ihre Versicherung hilft Ihnen in der Regel auch bei der Suche nach einem geeigneten Arzt.
  • Melden Sie die Behandlung so schnell es Ihnen möglich ist, Ihrer Versicherung.
  • Bei größeren Behandlungen kann mit einigen Versicherern vereinbahrt werden, dass die Vorauszahlung entfällt und die Kosten direkt von der Versicherung erstattet werden.

Krank im Urlaub: Das sollten Sie unbedingt beachten

Ist man im Urlaub erkrankt, stellt sich als erstes Problem die Arztwahl und der Transport.

  • Erkundigen Sie sich nicht nur im Hotel nach einem Arzt, sondern wenden Sie sich, sofern Sie pauschal reisen, auch an ihre Reiseleitung. Die Mitarbeiter kennen in der Regel alle deutschsprachigen Ärzte und die besten Kliniken vor Ort.
  • Erfragen Sie beim Arzt vor der Behandlung welche Kosten auf Sie zukommen. Sollte es absolut notwendig sein, dass Sie in eine Klinik eingewiesen werden, informieren Sie sofort ihre Krankenversicherung.
  • Lassen Sie sich nach Möglichkeit für den Krankentransport vom Hotel oder dem Arzt ein Taxi organisieren, das Sie in die Klinik bringt. Transporte mit dem Krankenwagen sind oft sündhaft teuer!

Behandlungsfehler: Wer haftet wenn etwas schief läuft?

Die gesundheitliche Versorgung in den meisten Reiseländern hat mittlerweile einen annehmbaren Standard. Nichts desto trotz kann es auch im Ausland zu Behandlungsfehlern kommen, bei denen in den schlimmsten Fällen Folgeschäden zurückbleiben.

Grundsätzlich übernimmt die eigene Krankenversicherung die Folgekosten der weiteren Behandlungen in Deutschland, die aus dem Ärztefehler im Ausland resultieren.

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Wer Schadenersatz oder Schmerzensgeld von Arzt oder Klinik einfordern will, der muss dort klagen, wo der Behandlungsfehler stattgefunden hat, also im jeweiligen Urlaubsland. Je nach Land und Fall kann das ein sehr langwieriger und kostenintensiver Prozess werden.

Sollten Sie durch Verschulden des Reiseveranstalters erkranken, stehen Ihnen neben einer Preisminderung, der Übernahme der Arztkosten, der Transportkosten und des Verdienstausfalls auch Schadenersatzleistungen wegen entgangener Urlaubsfreude zu.

Grundsätzlich haftet aber ein Reiseveranstalter nicht für Behandlungsfehler eines Hotelarztes!

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