Geschenkgutscheine an Weihnachten: Wie lange sind Gutscheine gültig?

Ein Gutschein als Weihnachtsgeschenk ist praktisch und schnell besorgt. Was aber, wenn der Beschenkte den Gutschein nicht rechtzeitig einlöst? Verfällt der Gutschein, wenn ich die Gutscheinfrist verpasse? Und was passiert, wenn ich nur einen Teil des Gutscheins einlöse? Kann ich für den Restwert vom Händler das Geld zurückfordern? Fragen, die sich viele Verbraucher nicht nur an Weihnachten stellen – schließlich gehören Geschenk-Coupons zu den beliebtesten Geschenken überhaupt. Die wichtigsten Infos zum Verschenken von Gutscheinen.

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Abgelaufene Gutscheine können trotzdem gültig sein

Wer beim Ausmisten in der Schublade einen alten Gutschein findet, denkt sich schnell: Der Gutschein ist zwei Jahre alt, die 100 Euro für das Möbelhaus sind futsch! Doch allzu schnell sollte man das Fundstück nicht wegwerfen. Denn auch ein abgelaufener Gutschein kann noch Geld wert sein.

Gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) sind Gutscheine ohne explizite Gültigkeitsfrist drei Jahre gültig. Und diese Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. Ein Beispiel: Hat man im April 2009 einen Geburtstags-Gutschein ohne Gültigkeits-Frist bekommen, kann man ihn noch bis zum Jahresende 2012 einlösen, sagen Verbraucherschützer. Verschiedene Gerichte haben in der Vergangenheit teilweise unterschiedlich zum Thema Gutschein-Frist geurteilt. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Gutschein-Urteile.

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Gültigkeit von Gutscheinen: mindestens ein Jahr

Doch was passiert, wenn der abgelaufene Gutschein mit einer Frist versehen ist? Hier gilt die gesetzliche Gutschein-Frist von mindestens einem Jahr. Ist eine kürzere Gültigkeit angegeben, so ist die Fristsetzung auf dem Gutschein unwirksam.

Wenn etwa auf einem Büchergutschein eine Gültigkeitsdauer von nur 6 Monaten angegeben ist, so ist diese Frist lt. Gesetz nicht wirksam. In diesem Fall kann man mit dem Gutschein so umgehen, als ob gar keine Frist gesetzt wäre. Und kann ihn drei Jahre lang nach Ende des Ausstellungsjahres einlösen.

Selbst wenn die gesetzliche Ein-Jahres-Frist auf dem Gutschein angegeben ist, heißt das nicht, dass der Gutschein nach Ende dieser Frist wertlos wird! Zwar kann der Verkäufer nach diesem Zeitraum eine Einlösung des Gutscheins gegen Ware oder Dienstleistung ablehnen. Aber: Er muss in diesem Fall den Gegenwert des Gutscheins erstatten – andernfalls hätte sich der Verkäufer lt. § 812 BGB unrechtmäßig bereichert. Man kann also auch für einen abgelaufenen Gutschein noch mindestens drei Jahre nach Ausstellungsdatum das Geld zurückverlangen.

Für Veranstaltungen, die an einen Termin gebunden sind, wie beispielsweise Konzerte oder Fußballspiele, gilt das selbstverständlich nicht.

Was passiert mit Restguthaben von Gutscheinen?

Einen Warengutschein kann man nur in der Regel nur gegen eine Ware oder Dienstleistung einlösen. Wer versucht, beim Händler für den Gutschein Bargeld zu verlangen, dürfte in den meisten Fällen wenig Erfolg haben. Das gleiche gilt, wenn nicht der ganze Wert eines Gutscheins eingelöst wird. Ein Recht auf die Auszahlung des Restbetrags in Bargeld hat man als Kunde nicht. Der Restwert darf aber nicht verfallen. Im solchen Fällen sollte man vom Verkäufer einen neuen Gutschein in Höhe des Restwerts verlangen.

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Hier ein Beispiel: Kauft man mit einem 50-Euro-Gutschein in der Parfümerie ein Parfum für 45 Euro, kann man nicht davon ausgehen, dass man die restlichen 5 Euro bar ausgezahlt bekommt. Der Verkäufer kann dem Kunden stattdessen einen neuen Gutschein über 5 Euro ausstellen. Was nicht geht: Die restlichen 5 Euro dürfen nicht einfach verfallen. Dies wäre eine ungesetzmäßige Bereicherung des Verkäufers.

Pech hat man übrigens, wenn die Firma, die den Gutschein ausgestellt hat, insolvent ist. Bei einer Firmenpleite verfällt der Gutschein normalerweise. Ausnahme: Wenn es einen Rechtsnachfolger gibt, der den Laden übernommen hat, kann man bei diesem auch den Gutschein geltend machen.

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