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Ski-Urlaub: So vermeiden Sie Gefahren auf der Piste

Berge, Sonne, Pulverschnee: In den Alpen ist die Skisaison auf ihrem Höhepunkt. Millionen Wintersportler zieht es derzeit in die europäischen Skigebiete: Ab auf die Bretter – und los! Was aber viele nicht bedenken: Skifahren gehört zu den Massensportarten mit dem höchsten Verletzungsrisiko: Rund 250.000 Skifahrer verunglücken jedes Jahr in den Skiorten in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und in der Schweiz. Dabei kann man mit etwas Vorbereitung viele Risiken eindämmen. Hier die wichtigsten Tipps, damit Sie sicher in den Skiurlaub und wieder zurück kommen.

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Richtig vorbereitet in den Ski-Urlaub

Die meisten Ski-Unfälle passieren wegen Selbstüberschätzung, Übermüdung oder zuwenig Training im Vorfeld, sagen Notärzte und Pistenretter.

Daher sollten Skifahrer sich bereits einige Zeit vor dem Ski-Urlaub auf den Wintersport vorbereiten. Viele Vereine bieten Ski-Gymnastik-Kurse an, aber auch Kraftsport kann eine gute Vorbereitung sein.

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Wichtig ist auch die passende Ausrüstung: Lassen Sie die Bindungen nachstellen, Kanten schleifen und die Ski wachsen. Außerdem sollte man gerade bei Kindern darauf achten: Passt der Helm noch? Bei Anfängern kann auch ein Rückenpanzer sinnvoll sein.

In einigen Ländern gibt es mittlerweile sogar eine Helmpflicht für Kinder unter 15 Jahren. So beispielsweise in Italien, Österreich und im aufstrebenden Wintersportland Polen. Und nicht vergessen: Vor der ersten Abfahrt unbedingt aufwärmen!

Piste ist kein rechtsfreier Raum

Wie im Straßenverkehr gibt es auch auf der Skipiste eine Verkehrsordnung. Diese wurde vom Internationalen Skiverband (FIS) aufgestellt und gilt weltweit.

Kommt es zu einem Unfall auf der Piste, wird die Schuldfrage anhand der Verhaltensregeln des FIS geklärt. Hat der Verursacher gegen die Regeln verstoßen, muss er die rechtlichen Konsequenzen tragen – und sollte sich unter Umständen einen Anwalt suchen, denn Schadensersatzansprüche können bei Skiunfällen schnell in die Zehntausende gehen. Für den Geschädigten gilt ebenso wie bei einem Autounfall:  Namen von Zeugen notieren und wenn möglich Fotos von der Unfallstelle machen.

Wer im Ausland mit einem anderen Skifahrer zusammenstößt, für den gilt das Recht des Landes, in dem der Unfall passiert ist. Das kann bei Schadensersatzforderungen wichtig sein. So kann der Unfallverursacher unter Umständen zur Zahlung von Schmerzensgeld verdonnert werden oder er muss dem Geschädigten die Kosten für den Rest des Urlaubs erstatten. Auch eine Erstattung des Verdienstausfalls ist denkbar. Wenn übrigens zwei Deutsche miteinander kollidieren, kann deutsches Recht gelten.

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10 FIS Verhaltensregeln

  1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
  2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
  3. Wahl der Fahrspur
    Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
  4. Überholen
    Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.
  5. Einfahren, Anfahren und hangaufwärts fahren
    Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.
  6. Anhalten
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.
  7. Aufstieg und Abstieg
    Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuss absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
  8. Beachten der Zeichen
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
  9. Hilfeleistung
    Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
  10. Ausweispflicht
    Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

Quelle: http://www.fis-ski.com/de/fisintern/allgemeineregelnfis/10fisregeln.html

Kostenfalle Ski-Unfall

Hat es auf der Piste erst einmal gekracht, kann der Ski-Unfall sehr teuer werden. Hohe Folgekosten kann man vermeiden, wenn man rechtzeitig die richtigen Versicherungen abgeschlossen hat.

Die Privat-Haftpflicht ist für Skifahrer besonders wichtig. Diese springt ein, wenn man bei einem Ski-Unfall jemandem Schaden zufügt. Ebenfalls sinnvoll kann eine Unfallversicherung sein – diese greift, wenn es aufgrund des Unfalls zur Invalidität kommt. Aber Achtung! Bei manchen Versicherern verfällt der Versicherungsschutz bei Alkoholgenuss. Vorher unbedingt in die Police schauen!

Nützlich ist im Urlaub oft auch eine Auslandskrankenversicherung. Gerade bei  Reisen außerhalb der EU bzw. in Länder, die kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben (Kanada, USA), ist das oft die einzige Möglichkeit, sich die zum Teil sehr hohen Behandlungskosten erstatten zu lassen.

Außerdem zahlen viele Auslands-Krankenversicherungen auch den Rücktransport nach Deutschland, wenn dieser notwendig ist. Erkundigen Sie sich aber vorher bei Ihrer Versicherung, ob beispielsweise auch der Hubschrauberflug ins nächste Krankenhaus bezahlt wird. Eine Hubschrauberbergung wird beispielsweise von den meisten Gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt, womöglich aber von der Unfallversicherung.

Bei Skiunfällen innerhalb der EU (sowie in Ländern, die ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben) gilt: Die Gesetzliche Krankenkasse zahlt maximal die Kosten, die sie auch bei einer Behandlung in Deutschland erstatten würde. Um die Abrechnung beim Arzt im Ausland unkompliziert zu gestalten, sollte man die Europäische Versichertenkarte (EHIC) vorlegen. Der Arzt kann dann direkt bei der deutschen Kasse abrechnen.

Wichtig: Auch als Nichtbeteiligter wird man bei einem Unfall in die Pflicht genommen: Denn eine Strafe ist auch möglich wegen unterlassener Hilfeleistung. Und auch den Tatbestand der Fahrerflucht gibt es auf der Skipiste.

Kostenerstattung wegen Schneemangel?

Laut ADAC ist Schneemangel aus rechtlicher Sicht kein trifftiger Grund, um von einer Reise zurückzutreten. Denn: Schlechtes Wetter ist schließlich nicht die Schuld des Veranstalters oder des Hoteliers.

Anders sieht es aus, wenn bei einer Pauschalreise im Katalog mit einer Schneegarantie geworben wurde: Dann müssen die Veranstalter zumindest eine Umbuchung oder aber auch die Stornierung der Reise anbieten. Denkbar ist dann auch eine Minderung des Reisepreises. Aber: Nach aktueller Rechtsprechung ist auch die Anfahrt in ein benachbartes Skigebiet zumutbar – der Lift in das schneesichere Skigebiet muss also nicht direkt vor der Hoteltür liegen. Eine vorher abgeschlossene Reiserücktrittversicherung kann wegen schlechten Wetters in der Regel nicht in Anspruch genommen werden.

Wenn der Urlaubsort aber wegen Lawinengefahr gesperrt ist, kann man die Pauschal-Reise wegen höherer Gewalt storniert oder umbuchen. Dies gilt ebenso für Individualreisende, die eine Ferienwohnung oder ein Hotelzimmer reserviert haben und dieses nicht nutzen können.

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