Badespielzeug-Test: TÜV warnt vor Sicherheitsmängeln und Phthalaten

Aufblasbares Badespielzeug im Test: In Luftmatratzen, Schwimmhilfen und Schwimmsitzen hat der TÜV Rheinland zum Teil gefährliche Inhaltsstoffe und gravierende Sicherheitsmängel gefunden. Fast die Hälfte der getesteten Badespielzeuge fiel im Test durch. Der TÜV hat in sechs beliebten Urlaubsregionen in Europa eingekauft: Zum einen in Strandläden aber auch in Souvenirshops und größeren Geschäften. Insgesamt wurden 50 Schwimmtiere, Wasserspielzeug, Luftmatratzen und Schwimmsitze zum Aufblasen eingekauft und im Labor getestet. 20 davon fielen im Test durch.

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Badespielzeug oft zu schlecht für EU-Standards

Das Ergebnis der Prüfer ist wenig erfreulich: Von den 50 getesteten Badespielzeugen erfüllen 20 nicht einmal die Mindeststandards der EU. Bereits zum vierten Mal testet der TÜV Badespielzeug in Europa: Während 2009 noch über 60 Prozent der gekauften Artikel durchfielen, waren es 2010 nur noch etwas über 35 Prozent. 2012 erfüllten immerhin knapp 40 Prozent der Produkte die Mindestanforderungen der Europäischen Union nicht.

Schwimmsitze sind für Babys und Kleinkinder gefährlich

Zwar sehen die TÜV-Prüfer im Vergleich zu den letzten Jahren einen etwas positiven Trend beim Badespielzeug. Doch das ist längst kein Grund zur Entwarnung, solange an den Reiseorten weiterhin gefährliche Artikel zu kaufen sind. In sechs Fällen fanden die Tester sogar „Schwimmsitze“ für Babys und kleine Kinder, die in Deutschland verboten sind. Besonders gefährlich: In einigen dieser Modelle besteht die Gefahr, dass die Kinder aus dem Sitz rutschen. Bei anderen Schwimmsitzen besteht wiederum das Risiko, dass die Kinder im Wasser sofort umkippen, weil die Sitzposition zu hoch ist. „Diese aufblasbaren Schwimmsitze sind lebensgefährlich. Sie gaukeln den Eltern Sicherheit vor, die sie so aber gar nicht bieten. Deshalb sind solche Sitze absolut verboten. Sichere Schwimmlernhilfen oder Kinderschwimmsitze dürfen nicht wie buntes Wasserspielzeug gestaltet sein“, sagt Christiane Reckter vom TÜV Rheinland. Die verbotenen Schwimmsitze hat TÜV Rheinland unverzüglich den Behörden gemeldet.

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Gefährliches Wasserspielzeug in EU-Urlaubsländern

Obwohl alle Test-Spielzeuge in EU-Ländern gekauft wurden, erfüllen viele der getesteten Badespielzeuge EU-Standards nicht. Und dabei waren es nicht einmal die jüngsten EU-Beitrittsländer wie Kroatien, Bulgarien oder Rumänien, sondern etablierte EU-Staaten wie Deutschland, Belgien, Griechenland, Italien, die Niederlande und Spanien. Die Testobjekte kosteten maximal 10 Euro. Anschließend wurden die Produkte in Prüflaboratorien auf ihre Verkehrsfähigkeit und Sicherheit hin untersucht. Im Focus der Prüfungen standen die mechanische und chemische Sicherheit der Produkte sowie deren korrekte Kennzeichnung. Unter den 50 geprüften Produkten waren neben den sechs verbotenen Schwimmsitzen für Kinder weitere fünf aufblasbare Spielsachen, bei denen sich im Zugversuch verschluckbare Kleinteile (Ventilstöpsel) lösten, und sechs Wasserspielzeuge, in denen sich unerlaubt hohe Mengen verschiedener Schadstoffe fanden.

Phthalate in Badespielzeug

Als unsichtbare Gefahr bezeichnen die Tester die hohe Konzentration an Weichmachern (Phthalate) in einigen Produkten. Diese lagen teilweise über Grenzwerten, die für Spielzeug erlaubt sind. Phthalate stehen im Verdacht, hormonell zu wirken und krebserregend zu sein. Weitere Produkte enthielten erhöhte Werte an Polycyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Auch diese stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen und sind giftig. Der Schwimmring Hase von A Conserver aus Frankreich überschritt im Test die Grenzwerte für Phthalate und wies einen zu hohen Cadmiumgehalt auf. Das Urteil der Tester: Finger weg von diesem Wasserspielzeug!

Welche Badespielzeug ist sicher?

Die Experten vom TÜV Rheinland empfehlen, Badespielzeug eher bei großen Handelsketten zu kaufen, die über eine Qualitätssicherung verfügen. Vor allem aber kann man selbst die offenkundigsten Gefahren mit den eigenen Sinnen erspüren: Riecht der Kunststoff extrem stark und unangenehm? Haben die Spielzeuge scharfe Kanten oder ist der Kunststoff extrem dünn? In solchen Fällen sollte man sich das Geld für das Badespielzeug sparen.

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