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Hotelsuchmaschinen-Test: Stiftung Warentest untersucht Hotelbuchung im Internet

Hotelportale im Test: Die Hotelsuche im Internet kann zur Geduldsprobe werden. Die Anzahl der Hotelsuchmaschinen und Hotelbewertungs-Seiten wird immer größer. Da können Verbraucher bei der Hotelsuche schon mal den Überblick verlieren. So viel sei vorab verraten: Booking.com, HRS und Holidaycheck.de haben beim aktuellen Test der Stiftung Warentest die Nase vorn. Die Hotelsuche von Google hingegen ist bei der Untersuchung glatt durchgefallen.

Stiftung Warentest untersucht Hotelbuchungsportale

Reiseportale im Netz haben viele Vorzüge: Sie sind Tag und Nacht verfügbar, bieten den Kunden im Vergleich zum Katalog deutlich mehr Informationen und vor allem liefern viele von ihnen auch gleich Hotelbewertungen von anderen Reisenden. Auch die Möglichkeit, selbst Preise vergleichen zu können, ist für viele Urlauber ein Argument, online statt im Reisebüro zu buchen. Laut Stiftung Warentest bucht mittlerweile fast jeder Fünfte sein Hotel lieber im Netz als im Reisebüro.

In Deutschland ist HRS mit seiner Tochter hotel.de das größte Hotelbuchungsportal. Das Kölner Unternehmen hat hierzulande mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Auf Platz zwei der größten Buchungsportale ist der US-Anbieter Booking.com mit einem Marktanteil von gut 25 Prozent. Laut Stiftung Warentest sind diese beiden Anbieter die besten Hotelbuchungsportale im Test – beide schnitten mit „gut“ ab. Mit „gut“ schnitt auch das Hotelbewertungsportal Holidaycheck.de ab, das auch Hotels vermittelt. Bei Holidaycheck steht die Hotelbewertung im Focus der Seite, daher wird Holidaycheck.de im Test als Testsieger unter den Hotelvermittlungsportalen geführt.

Hotelbewertungen sind wichtig für die Wahl der Unterkunft

Laut einer Studie des Verbandes Internet Reisevertrieb sind positive Hotelbewertungen für die große Mehrheit der Urlauber das entscheidende Kriterium für die Wahl einer Unterkunft. 59 Prozent der Befragten gaben in der Studie an, dass Hotelbewertungen für sie „sehr entscheidend“ seien für die Wahl des Hotels. Lediglich 4 Prozent der Befragten gaben an, dass Hotelbewertungen für sie kaum eine Rolle spielen.

Mittlerweile bieten alle bedeutenden Hotelbuchungsportale eine Bewertungsmöglichkeit für ihre Kunden. Doch kann man sich auf diese Bewertungen auch verlassen? Die Tester der Stiftung Warentest haben bei ihrer Untersuchung daher allen Anbietern fünf Fake-Bewertungen geschickt, um herauszufinden, wie zuverlässig die Hotelbewertungen von den Anbietern gefiltert werden. Immerhin: Die großen Portale scheinen ihre Bewertungs-Systeme im Griff zu haben. Holidaycheck.de hat vier der fünf fingierten Bewertungen als Fälschungen erkannt und abgelehnt. Der Mitwettbewerber Zoover fand sogar alle Falschbewertungen, allerdings wurden zunächst vier davon veröffentlicht und erst später entfernt.

Google bei Hotelbuchungen „mangelhaft“

Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen Untersuchung auch Google bei den Hotelvermittlungsportalen berücksichtigt – schließlich starten nach Auskunft der Tester rund 80 Prozent aller Internetnutzer ihre Hotelsuche über die beliebte Internet-Suchmaschine. Häufig landen die User dabei auf Google Maps, wo ebenfalls Hotels vermittelt werden. Da hier aber kaum Filtermöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, stufen die Tester diese Hotelsuche als „mangelhaft“ ein. Auch das Bewertungsverfahren, das Google hierzu anbietet, hat die Tester nicht überzeugt: Gegen Falschbewertungen gibt es hier bislang keine Mechanismen. Im Test kamen alle Fake-Bewertungen durch und wurden nicht herausgefiltert.

Detailsuche überzeugt nicht bei allen Anbietern

Je individueller man verreisen möchte, desto wichtiger sind bei Hotelsuchmaschinen Optionen, um die Details für das Wunschhotel einzugeben. Hier sehen die Tester bei einigen Portalen noch Handlungsbedarf. Von den 12 getesteten Portalen bieten nur vier eine Suchfunktion, die auch Hotel- und Zimmerausstattung sowie Sportangebote berücksichtigt, so Stiftung Warentest. Die besten Ergebnisse erzielte hier das Bewertungsportal Holidaycheck.de. In der Ergebnisliste schnitt der Marktführer HRS am besten ab.

Auch bei der Hotelbuchung selbst kann es Fallstricke geben. So kritisieren die Tester die Buchungsfunktion von venere.com, da die Kunden sich nicht immer auf den eingangs angezeigten Preis verlassen können – in einem Fall wurde das Hotel während des Buchungsvorgangs teurer. Beim Portal hotelreservierung.de ärgerten sich die Tester über die Voreinstellung einer Stornoschutzversicherung. Wer diese nicht wegklickt, zahlt die Versicherung mit. Nach Ansicht der Tester ist eine Stornoschutzversicherung aber meist unnötig, weil die Hotels meist kostenfrei storniert werden können. Auch die Stornierungsfunktion von hotelreservierung.de wird von Stiftung Warentest moniert: Bei zwei von fünf Stornierungen wurden die Tester aufgefordert, das Service-Center anzurufen. Kostenpunkt: 49 Cent pro Minute!

Beratung im Reisebüro besser

In Sachen Beratung haben alle getesteten Angebote die Tester enttäuscht. Bei Rückfragen per Telefon oder Email waren die Mitarbeiter der Buchungsportale allesamt überfordert. Außer bei Booking.com schnitten in diesem Punkt alle Anbieter mit „mangelhaft“ ab. Wer auf eine persönliche Beratung Wert legt, ist daher nach Ansicht der Tester im Reisebüro besser aufgehoben.

Hotelbuchungen im Internet – die Testergebnisse

Hotelvermittlungsportale im Test 2012

holidaycheck.deGUT (2,4)
zoover.deBEFRIEDIGEND (2,8)
trivago.deBEFRIEDIGEND (3,1)
tripadvisor.deAUSREICHEND (3,6)
google.deMANGELHAFT (4,9)
Quelle: Stiftung Warentest Heft 05/2012

Hotelbuchungsportale im Test 2012

booking.comGUT (2,3)
hrs.deGUT (2,4)
hotelclub.comBEFRIEDIGEND (3,0)
hotels.comBEFRIEDIGEND (3,4)
hotel.deAUSREICHEND (3,6)
hotelreservierung.deAUSREICHEND (3,8)
venere.comAUSREICHEND (4,1)
Quelle: Stiftung Warentest Heft 05/2012

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Ein Kommentar

  1. Es macht vielleicht Sinn, zu unterscheiden, dass es normale Hotelportale gibt wie hotel.de, hotelclub oder hotels.com, die selbst Zimmer anbieten und Buchungsportale, die dir einen Überblick verschaffen, welche Konditionen bei den o.g. Anbietern zu haben sind und diese wiederum miteinander vergleichen, wie trivago. Allerdings gibt es auch Anbieter die wiederum sich nirgendwo vergleichen lassen wie booking.com oderholidaycheck. Wenn man im Endeffekt dann doch eine gute Hotelsuchmaschine haben möchte, kommt man nicht drum herum, unterschiedliche mal auszuprobieren.

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