Wein, Natur und Gesang: Landau in der Pfalz

Die Pfalz ist eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands und eignet sich hervorragend für einen Kurzurlaub. Mit ihrem milden Klima gilt die Pfalz als die Toskana Deutschlands. Gerade im Herbst zur Weinlese ist die Pfalz besonders schön. Überall duftet es nach neuem Wein. Die Kommune mit der größten Rebfläche in Deutschland ist Landau. Eine Vielzahl wirklich guter Weinlokale und Restaurants zeichnen die Stadt und ihre Umgebung aus. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind gut und günstig. Kulturell hat Landau einiges zu bieten: Das Reptilium ist eine Attraktion für Familien und im Winter lockt der berühmte Landauer Weihnachtsmarkt Besucher an. Aber das sind nicht die einzigen Gründe, warum man Landau einen Besuch abstatten sollte. Die Stadt ist ein Grenzgänger – mal gehörte sie zu Frankreich, mal zu Deutschland. Und das spürt man in der Stadt, bei ihrer Architektur, ihrer Lebensart.

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Die Highlights von Landau in der Pfalz

Top 1: Fort Landau

Als der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. seinen Baumeister Vauban beauftragte, die nördliche Grenzstadt zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zur großen Festung auszubauen, war Landau noch eine Stadt mit typisch elsässischer mittelalterlicher Bebauung. Das sollte sich spätestens mit dem Festungsbau ändern. Heute ist das Fort eine große Parkanlage. Die enormen Ausmaße der französischen Festung sind förmlich zu erwandern.

Top 2: Stiftskirche Landau

Die größte protestantische Kirche der Stadt ist die Stiftskirche. Sie ist die älteste und neben der Augustinerkirche auch gleichzeitig eine der größten und beeindruckendsten Sakralbauten der Stadt. Der älteste Teil der Kirche ist – wie so oft – der Chor. Er wurde bereits im Jahr 1335 fertiggestellt. Die Kirche diente bis ins 19. Jahrhundert als Simultankirche. Der Turm ist recht außergewöhnlich. Doch als schön möchte man ihn nicht bezeichnen. Oben gibt es eine Türmer-Wohnung, die allerdings nicht mehr bewohnt ist.

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Top 3: Landauer Marktplatz

Der Marktplatz, ehemals Paradeplatz, entstand während des Festungsbaus. Damals brannte das mittelalterliche Landau ganz zufällig ab, als die französischen Baumeister gerade darüber grübelten, wie man wohl die Stadtbebauung festungstechnisch optimieren könnte. Ein sogenannter Nero-Befehl durch den französischen Stadtkommandanten ist nicht belegt, aber durchaus auch nicht auszuschließen. Den Marktplatz umsäumt heute ein Ensemble der verschiedensten Baustile. In der Mitte steht das schlanke Reiterstandbild von Prinzregent Luitpold von Bayern. Alles sehr stimmig und geschmackvoll!

Top 4: Deutsches Tor und Französisches Tor

Die beiden ehemaligen Stadttore stammen aus französischer Zeit. Landau fiel 1680 mit dem übrigen Elsass an Frankreich. Als nördlichste Stadt bekam es eine gigantische Festung verpasst, inklusive zweier impossanter Stadttore. Auf dem Gipfel des nördlichen Stadttors, des Deutschen Tors, prangt das grimmige Anlitz des Sonnenkönigs Ludwig XIV. gen Deutschland gerichtet.

Im Süden auf dem Französischen Tor dann ein äußerst entspannter Louis, der lächelnd gen Frankreich blickt. Das Deutsche Tor ist in gelbem Sandstein, das Französische Tor in rotem Sandstein gehalten – beide sind sehr beeindruckend! Das Lächeln ist Louis, beziehungsweise seinen Nachfolgern dann übrigens auf dem Wiener Kongress vergangen. Als einzige Stadt im Elsass fiel Landau 1816 an Deutschland, besser gesagt an die bayerische Pfalz und hat sich sprachlich und mental optimal in die übrige Region integriert.

Top 5: Ringstraßen

Landau durfte seine Festung erst recht spät schleifen. Das ging erst, nachdem Elsass-Lothringen 1871 wieder zum Deutschen Reich kam und Landau seine Grenzstadtstellung verlor. Die späte Schleifung der Festung fällt aber gleichzeitig in eine Zeit, in der die Wirtschaft prosperierte: die Gründerzeit. So entstand auf etlichen Kilometern der ehemaligen Stadtmauer eine Ringstraße, wie sie in Deutschland nur selten zu finden ist. Sämtliche Stile des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts sind hier vertreten. Eine wahre Freude!

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