Eurojackpot feiert Geburtstag, Flop

EuroJackpot feiert Geburtstag: Top oder Flop?

Vor genau einem Jahr startete das neue Euro-Lotto „EuroJackpot“ mit großem Tamtam. Eine neue Ära des staatlichen Glücksspiels sollte beginnen. In ganz Europa sollten die Menschen zum gemeinsamen Lottospielen zusammenkommen. Acht Länder waren beim Start am 17. März 2012 dabei, mittlerweile sind viele weitere hinzugekommen. Das Problem: Die Beteiligung ist deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, der Spieleinsatz kaum gestiegen. Dabei sollte der EuroJackpot ein Befreiungsschlag der staatlichen Lottoanbieter werden.

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EuroJackpot bleibt hinter den Erwartungen deutlich zurück

Jahrelang hatten die staatlichen Lottogesellschaften mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Der EuroJackpot sollte die Trendwende einläuten und endlich wieder viel Geld in die Kassen spülen. Von bis zu einer halben Milliarde Euro Mehreinnahmen war damals die Rede. Vom Beginn eines „neuen Zeitalters der Lotteriegeschichte“ sprachen die Verantwortlichen von Westlotto. Von der Anfangseuphorie ist wenig geblieben. Der EuroJackpot spielte zwar 2012 insgesamt 312 Millionen Euro ein, gleichzeitig gingen aber bei anderen Lotto-Angeboten, wie „6 aus 49“ die Einnahmen um 10 Prozent zurück. Beim Lotto-Klassiker waren dies 2012 insgesamt 360 Millionen weniger als noch im Vorjahr.

Glücksspielexperten sprechen hierbei von einem Kannibalisierungseffekt. Dies räumen mittlerweile auch Michael Burkert und Peter Jacoby ein, die Chefs von Saarlotto ein, die seit Anfang des Jahres federführende Gesellschaft im Deutschen Lotto- und Totoblock ist und damit Westlotto als verantwortliche Gesellschaft für den EuroJackpot abgelöst hatten. „Der Eurojackpot entwickelt sich langsam, zu langsam“, resümierte Burkert gegenüber der „Welt“.“Erhebliche Umsatzfantasien für die Zukunft“ habe er aber trotzdem.

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Mehr Werbung soll zu Mehreinnahmen führen

Dank des neuen Glücksspielstaatsvertrags dürfen die staatlichen Lottogesellschaften nun wieder verstärkt werben. Die Werbeauflagen wurden Anfang des Jahres gelockert.Nun ist auch Fernseh- und Internetwerbung, die vorher untersagt waren, wieder erlaubt. Die Lottogesellschaften wollen das neue Werbeprivileg nun intensiv nutzen. Für 2013 seien Werbeausgaben „im siebenstelligen Bereich“ geplant, so Burkert.

Auch gegen die missliebige Konkurrenz schießen die staatlichen Lottogesellschaften nun stärker. Die sinkenden Umsätze sollen auch durch stärkere staatliche Reglements der privaten Glücspielwirtschaft steigen. Hier forden die Lotto-Gesellschaften eine bessere Unterstützung von der Politik. Die Bundesländer müssten schärfer gegen illegale Anbieter vorgehen. „Die Ordnungspolitik muss da in Zukunft Flagge zeigen“, sagte Burkert. Auch Spielhallen sollten stärker reglementiert werden.

EuroJackpot: So wird europaweit getippt

Eurojackpot-Lottoscheine kann man an allen teilnehmenden Annahmestellen des Deutschen Lotto- und Totoblocks kaufen. Beim EuroJackpot handelt es sich um eine länderübergreifende Lotterie. Es nehmen jedoch nicht alle EU-Länder teil.

Gespielt wird nach dem System 5 aus 50 und zusätzlich 2 aus 8 Superzahlen. Das bedeutet: Pro Spielschein, den man ausfüllt, gibt es sechs Tippmöglichkeiten. Aber anders als beim bisherigen Lotto werden beim EuroJackpot pro Tipp Zahlen in zwei Kästchen angekreuzt. Das erste Feld ist das Spiel “5 aus 50″, wo man 5 Zahlen aus 50 möglichen ankreuzt. Im zweiten Feld geht es um das Spiel “2 aus 8″. Wie der Name schon sagt, werden hier zwei aus acht möglichen Zahlen getippt. Die Zahlen aus dem Spiel “2 aus 8″, die sogenannten “Eurozahlen” sind im Prinzip zwei wählbare Superzahlen. Ein Tipp kostet 2 Euro. Damit ist der die EuroJackpot Lotterie etwas teurer als LOTTO 6 aus 49, bietet aber höhere Jackpots und rein statistisch bessere Gewinnchancen.

Die Gewinnchancen beim bisherigen Lotto liegen in der ersten Gewinnklasse bei 1:139 Millionen. Beim neuen EuroJackpot immerhin bei 1:59 Millionen. Außerdem werden mehr Spieler gewinnen. Es gibt nämlich beim neuen EuroJackpot insgesamt zwölf Gewinnklassen. Bei 6 aus 49 gibt es hingegen nur acht. In der zwölften Gewinnklasse stehen die Chancen auf einen Gewinn sogar bei 1:35.

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Je höher der Jackpot, desto größer die Suchtgefahr

Rein statistisch gesehen müsste man 2,7 Millionen Jahre jede Woche Lotto spielen, um einmal den Jackpot zu knacken. Trotz dieser absurd anmutenden Realitäten gaben deutsche Verbraucher im letzten Jahr insgesamt 4 Milliarden Euro für das Lottospiel aus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln warnt in einer Studie davor, dass Glückspiel, insbesondere Lotto umso süchtiger macht,  je höher der Jackpot ist. Damit böte der neue EuroJackpot eine deutliche höhere Suchtgefahr. Des einen Leid, des anderen Freud: Die Lottogesellschaften wollen sich nämlich exakt diesen Umstand zunutze machen. Denn die Lotto-Einnahmen in Deutschland stagnieren seit Jahren, lediglich bei den Rekord-Jackpots, die ein bis zwei Mal im Jahr zustandekommen, gibt es noch Rekordgewinne bei den Gesellschaften.

Weitere Infos zum Eurojackpot: http://eurojackpot-gewinn-zahlen.de

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