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Heizkosten sparen: Hydraulischer Abgleich kann Energiekosten senken

Neun von zehn Heizungen heizen zu teuer, schätzen Experten. Um die Kosten zu senken, muss es nicht gleich ein neuer Heizkessel oder gar eine teure Wärmedämmung sein. Der häufigste Grund ist eine falsche Einstellung der Heizanlage. Denn oft sind diese nicht optimal an das Haus angepasst. In Zeiten steigender Heizkosten kann sich daher ein hydraulischer Abgleich lohnen. Im Schnitt kann ein Einfamilienhaus so jährlich mehr als 100 Euro an Heizkosten sparen.

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Die Heizperiode 2012/2013 hat begonnen. Und viele Haushalte werden bei der Nebenkosten-Abrechnung im kommenden Jahr wahrscheinlich wieder mehr zahlen als nötig. Schuld daran ist oftmals die Einstellung an der Heizanlage. Dabei könnte ein hydraulischer Abgleich helfen, Heizkosten zu sparen. Hierbei wird die Heizung von einem Fachmann so eingestellt, dass die Heiztemperatur im Haus optimal verteilt ist, sagt Andreas Braun von der gemeinnützigen Beratungs-Gesellschaft co2online in Berlin. Auf diese Weise würden alle Heizkörper richtig warm, so der Experte.

Viele Verbraucher wissen gar nicht, dass ein solcher Abgleich die Kosten deutlich senken kann. Laut einer Umfrage von co2online konnten 85 Prozent der Befragten mit dem Begriff „Hydraulischer Abgleich“ nichts anfangen. Das wird auch der Grund dafür sein, dass etwa 90 Prozent der deutschen Heizanlagen nicht abgeglichen sind.

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Erdgeschoss zu heiß – Dachgeschoss zu kalt

Die Folgen einer nicht abgeglichenen Heizanlage sind nicht nur teuer, sondern auch ärgerlich. Gerade in mehrgeschossigen Häusern führt eine schlecht eingestellte Anlage dazu, dass im Dachgeschoss die Heizungen nicht richtig warm werden, während das Erdgeschoss zu viel Hitze abbekommt. Als erste Maßnahme wird in der Regel kurzerhand die Heizpumpenleistung und die Vorlauftemperatur am Heizkessel erhöht. Die Räume werden dann zwar alle warm, aber im Erdgeschoss wird es dann schnell zu heiß. Außerdem kann es zu unangenehmen Geräuschen aus den Heizkörpern kommen: Die Heizung kann gluckern oder pfeifen – vor allem nachts kann das den Schlaf rauben.

Voraussetzung für Abgleich: voreinstellbare Thermostat-Ventile

Ein hydraulischer Abgleich funktioniert nur, wenn die einzelnen Radiatoren über voreinstellbare Thermostatventile verfügen. Gerade bei älteren Heizanlagen sollte man das im Vorfeld überprüfen: Bei modernen Thermostat-Ventilen befindet sich unter der Plastik-Abdeckung das eigentliche Ventil. Wenn darauf Zahlen eingraviert sind, handelt es sich um ein zeitgemäßes Ventil. Wenn nicht, müssen die Ventile nachgerüstet werden.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Einen hydraulischen Abgleich führen Fachleute ab 300,- Euro durch. Doch es kann zu weiteren Kosten kommen, wenn es sich um Heizkörper mit älteren Ventilen handelt. Müssen die Ventile ersetzt werden, können die Kosten leicht auf das doppelte steigen. Ist gar eine neue Heizungspumpe notwendig, kann der hydraulische Abgleich bis zu 1300,- Euro und mehr kosten.

Diese Investition könnte sich aber in wenigen Jahren bezahlt machen. Schließlich spart ein Einfamilienhaus nach einem hydraulischen Abgleich durchschnittlich rund 110,- Euro jährlich. Ersetzt man die alte Heizungspumpe durch eine moderne Pumpe, können außerdem noch etwa 100,- Euro jährlich an Stromkosten gespart werden. Bei steigenden Energiepreisen dürfte sich die Ersparnis in Zukunft sogar noch erhöhen.

Weitere Tipps zum Heizkosten-Sparen

Raum-Temperatur senken

In den meisten Räumen ist es wärmer als eigentlich notwendig. Wer die Raumtemperatur um nur ein Grad senkt, kann bis zu sechs Prozent Heizenergie sparen. Im Wohnzimmer und Arbeitszimmer sind 20 Grad ausreichend. In Küche und Schlafzimmer kommt man auch mit 18 Grad. Im Flur sollten 15 Grad reichen. Ganz ausschalten sollte man die Heizung übrigens nicht – auch nicht, wenn man die Wohnung verlässt. Besser ist es, die Heizung auf niedrigem Niveau weiterlaufen zu lassen. Das Aufheizen einer ausgekühlten Wohnung ist nämlich teurer als eine konstante Temperatur beizubehalten. Außerdem kann es in zu kalten Räumen unterhalb von 16 Grad zu Schimmelbildung kommen.

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Effizient lüften

Wer die Fenster zum Lüften kippt, verschwendet kostbare Heizenergie und lüftet nur unzureichend. Besser ist es, für einen kurzen und kräftigen Durchzug zu sorgen, auch Stoßlüftung genannt. Während der Lüftung sollten die Heizkörper heruntergedreht werden.

Heizkörper optimieren

Heizkörper können nur optimal den Raum heizen, wenn sie nicht verdeckt sind. Möbel vor den Heizkörpern sind tabu. Und auch Heizkörperverkleidungen sind Wärmeschlucker. Vorhänge und Gardinen sollte man so zuschneiden, dass sie nicht vor dem Heizkörper hängen. Eine regelmäßige Entlüftung und eine gute Dämmung der Heizungsrohre können ebenfalls die Kosten senken. Wer Rollläden oder Fensterläden hat, sollte diese nachts schließen. Undichte Stellen an Fenstern und Türen kann man günstig mit Klebedichtungen aus dem Baumarkt abdichten.

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Ein Kommentar

  1. Sehr interessanter Beitrag, obwohl die Anschaffungkosten schon relativ hoch sind. Vllt hilft in vielen Fällen auch schon ein Funkheizkörperthermostat. Wenn davon mehrere benötigt werden, gehen die Kosten allerdings auch in die Höhe.

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